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Thilo Sarrazin (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Die SPD-Spitze ist ihrem Ziel nähergekommen, den Thilo Sarrazin aus der Partei auszuschließen.

Der wegen seiner islamkritischen Thesen umstrittene frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin darf aus der SPD ausgeschlossen werden. Das entschied das Parteigericht des SPD-Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf, in dem der 74-Jährige Mitglied ist. Die dortige Schiedskommission habe der Partei mitgeteilt, dass dem Antrag stattgegeben werde, erklärte Generalsekretär Lars Klingbeil am Donnerstag. Zuvor hatten «Bild» und «Focus» berichtet.

«Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich», sagte Klingbeil. «Wir sehen uns in unserer klaren Haltung bestätigt: Sarrazin hat mit seinen Äußerungen gegen die Grundsätze der Partei verstoßen und ihr Schaden zugefügt. Rassistische Gedanken haben in der SPD keinen Platz.»

Mit der Entscheidung könnte der dritte Versuch der SPD-Spitze, sich von dem früheren Politiker und heutigen Autor Sarrazin zu trennen, Erfolg haben. In den Jahren 2010 und 2011 scheiterten zwei Anläufe. Allerdings muss die Entscheidung der Schiedskommission noch nicht das letzte Wort sein. Es gibt die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Das Verfahren könnte also mehrere Instanzen durchlaufen.

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Thilo Sarrazin (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Sarrazin ist wegen migrationskritischer Äußerungen in seinen Büchern umstritten. Der 74-Jährige selbst weist den Vorwurf des Rassismus zurück: Mit seinen Thesen einer schleichenden Spaltung der Gesellschaft durch die starke Zunahme von Einwanderern muslimischen Glaubens beschreibe er lediglich Zustände.

Das Parteigericht in Berlin hatte vor rund zwei Wochen über den Antrag der Parteispitze verhandelt, aber zunächst noch keine Entscheidung gefällt. Diese liegt nun vor und wurde den Beteiligten schriftlich zugestellt.

Sarrazin war von 2002 bis 2009 Finanzsenator in der Hauptstadt. Von Frühjahr 2009 bis Herbst 2010 war er Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank. Der 74-Jährige hatte vor der Verhandlung über seinen Rausschmiss aus der SPD betont, dass er ein «sehr gutes Gefühl» habe. «Wenn man Recht hat, kann man immer auch ein gutes Gefühl haben.» (dpa)

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Thilo Sarrazin (Foto: Wera Engelhardt/dpa)

Sarrazin-Ausschluss: Berlins SPD-Fraktions-Vize spricht von „wunderbarer Nachricht“

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Ülker Radziwill, hat den Beschluss des Schiedsgerichts Charlottenburg-Wilmersdorf zum Ausschluss Thilo Sarrazins aus der SPD begrüßt. „Das ist eine wunderbare Nachricht für die Demokratie, für unser Zusammenleben und insbesondere für die Sozialdemokratie“, sagte Radziwill dem Berliner Radiosender 105‘5 Spreeradio. Er habe mit seinen Äußerungen nicht nur der SPD geschadet, „sondern auch unserer offenen Gesellschaft, und seine Meinung war immer menschenverachtend und spalterisch.“ Radziwill erklärte, sie hoffe, dass mögliche weitere Instanzen „den Spruch des Schiedsgerichts bestätigen.“ Nächste Instanz wäre das Landesschiedsgericht.