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Flughafen Berlin-Tegel (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Sämtliche Tegel-Lufthansa-Flüge nach München und Frankfurt gestrichen

Der Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa wird am Berliner Flughafen Tegel vor allem Geschäftsreisende treffen. Sowohl nach Frankfurt als auch nach München waren für den Donnerstag sämtliche Lufthansa-Verbindungen gestrichen, wie aus dem Sonderflugplan hervorgeht, den die Lufthansa am Mittwoch online gestellt hat. Insgesamt bietet die Lufthansa von Tegel aus fast 40 Flüge in diese beiden Städte. Andere Ziele werden von dort aus nicht angeflogen.

Unklar war zunächst, wie groß der Ansturm auf die Bahn als naheliegende Alternative ausfallen wird. Die Lufthansa kann über eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn bei Ausfällen ihre Kunden auf diese umbuchen. In welchem Ausmaß das regional passiert, wurde zunächst nicht bekannt. Laut Flugplan gibt es auch die Möglichkeit, Fluggäste auf Maschinen der Eurowings nach München zu buchen.

Wegen des 48-stündigen Streiks der Flugbegleiter hatte die Lufthansa bundesweit an beiden Tagen 1300 Flüge gestrichen, davon 700 am Donnerstag. In der Grundzahl sind auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft Ufo hatte sich vorbehalten, den Streik bei der Lufthansa-Kernmarke auch noch auf weitere Flugbetriebe auszuweiten. Den Kunden hat Lufthansa bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten. (dpa)

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Warnstreik am Flughafen Tegel (Foto: Paul Zinken/dpa)

Streik angekündigt: Diese Rechte haben Lufthansa-Passagiere

Die Lufthansa soll in dieser Woche zwei volle Tage lang bestreikt werden. Die Folge dürften Flugausfälle und Verspätungen sein. Was steht betroffenen Reisenden dann zu?

Lufthansa-Passagiere müssen sich am Donnerstag und Freitag (7./8. November) auf Streiks der Flugbegleiter einstellen. Dazu hat die Gewerkschaft Ufo aufgerufen. Diese Rechte hätten Betroffene für den Fall, dass der Streik nicht noch abgewendet wird:

Muss die Lufthansa Kunden umbuchen, wenn Flüge ausfallen?

Passagiere haben laut EU-Recht einen Anspruch auf eine Umbuchung. Möglich ist auch, dass Passagiere auf andere Transportmittel gebucht werden, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist.

Welche Regeln gelten für Pauschalurlauber?

Bei Pauschalreisen gilt: Der Reiseveranstalter muss sich um eine alternative Beförderung kümmern. Ab einer Verspätung von mehr als vier Stunden am Ankunftsort können Urlauber außerdem ihren Reisepreis nachträglich anteilig mindern. Verkürzt sich ein ohnehin kurzer Urlaub durch die Streikmaßnahmen erheblich, kann der Gast die Reise auch beim Anbieter stornieren. Er bekommt dann den Reisepreis zurück.

Steht Betroffenen eine Entschädigung zu?

Ob Fluggästen bei einem Streik eine Entschädigung für Flugausfälle zusteht, ist juristisch umstritten. Der Bundesgerichtshof (BGH) befand im Jahr 2012, dass ein Pilotenstreik ein außergewöhnlicher Umstand ist. Die Folge: Die von Verspätungen und Annullierungen betroffenen Passagiere bekamen keine Entschädigung (Az.: X ZR 138/11; X ZR 146/11). Jedoch muss die Fluggesellschaft alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um die Folgen des Ausstands zu minimieren. Lufthansa hat angekündigt, an einem Sonderflugplan zu arbeiten.

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass sich eine Fluggesellschaft bei einem wilden Streik nicht ohne weiteres auf außergewöhnliche Umstände berufen kann (Az.: X ZR 111/17). Bislang ist dieses Urteil jedoch nicht unbedingt auf reguläre Streiks übertragbar - das muss der EuGH noch klären.

Die Verbraucherzentralen raten daher: Wer vorsorglich Entschädigung beantragt, hat im Fall einer für Verbraucher positiven Entscheidung dieser Frage eine gute Ausgangslage, Geld zu bekommen. (dpa)