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Niki Lauda (Foto: Erwin Scheriau/APA/dpa)

Der Mann mit der roten Mütze: Formel-1-Legende Lauda ist tot... FOTOS; ZITATE + KURZBIOGRAFIE!

Aufgeben war für Niki Lauda nie eine Option. Trotz schwerer Verbrennungen und einer verätzten Lunge überstand die Formel-1-Legende am 1. August 1976 nur wie durch ein Wunder einen Horrorunfall auf dem Nürburgring. Im Krankenhaus gab dem Weltmeister ein Priester damals sogar schon die letzte Ölung. «Ich wollte aber nicht sterben, ich wollte weiterleben», betonte Lauda 40 Jahre nach dem Flammeninferno auf der Nordschleife.

Von dem Unfall schwer gezeichnet kämpfte sich der Österreicher zurück ins Leben - und sogar wieder in ein Formel-1-Auto. Lauda leistete Widerstand, der streitlustige Mann mit der roten Mütze ließ sich einfach nicht unterkriegen. Nun ist Lauda am Montag im Alter von 70 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben.

Man wird ihn immer mit dieser roten Kappe in Verbindung bringen, die seinen schwer vernarbten Kopf bedeckt hat. Man wird ihn auch immer mit diesem Unfall in der «Grünen Holle» in Verbindung bringen. Mit seinem Ferrari krachte Lauda mit über Tempo 200 gegen einen Fangzaun, der 312T2 ging in Flammen auf. Nach 55 Sekunden wurde Nikolaus Andreas Lauda aus dem Wrack gezogen. «An den Unfall habe ich keine Erinnerung. Der Aufprall war so hart, dass mir dabei der Helm vom Kopf gerissen wurde», erinnerte er sich.

Seine damalige Frau Marlene erzählte Lauda, dass die Ärzte damals nicht damit rechneten, dass er die erste Nacht überstehen würde. Sie irrten - Lauda kämpfte. Nur 42 Tage später saß er in Monza wieder im Rennwagen und wurde Vierter. «Wie kann der Depperte wieder fahren, wenn er gerade verbrannt ist?», fragte Lauda einmal stellvertretend für alle Kritiker und Zweifler. Die Erklärung lieferte er gleich hinterher. «Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist.»

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Niki Lauda (Foto: DB/dpa)

Nach 1975 wurde Lauda noch 1977 und 1984 Weltmeister. «Ich war ein unglaublicher Egoist damals», sagte er über seine Motorsportlaufbahn. Von 171 Grand Prix entschied der Sohn einer wohlhabenden Wiener Industriellenfamilie 25 für sich, 54 Mal raste er in der Formel 1 auf's Podium. 1985 beendete Lauda seine Karriere, sechs Jahre zuvor hatte er aber schon seine eigene Fluglinie Lauda Air gegründet.

Am 26. Mai 1991 ereignete sich erneut ein Unglück. In Thailand stürzte eine von Laudas Maschinen ab. Alle 223 Insassen der «Mozart» starben. Für Lauda war es das schlimmste Ereignis in seinem bewegten Leben. «Ich war tief erschüttert», erzählte er. Lauda fühlte sich schuldig. Erst nach mehreren Monaten wurde herausgefunden, dass es sich um einen technischen Defekt handelte.

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Niki Lauda (Foto: Hartmut Reeh/dpa)

Lauda stieg später vorübergehend wieder aus dem Airline-Geschäft aus. Zwischen 1993 und 1995 beriet er Ferrari, wurde TV-Experte für RTL - mit unverblümter Meinung - und dann Teamchef bei Jaguar. Im September 2012 stieg Lauda zum Mercedes-Teamaufsichtsratschef auf und erlebte mit den Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg ein Hoch, das seinesgleichen suchte. «Rote Kappe, klare und direkte Worte», benannte Motorsportchef Toto Wolff Schlagworte, die ihm zuerst zur Charakterisierung seines Landsmanns in den Sinn kamen.

2013 verfilmte Hollywood-Regisseur Ron Howard die Rivalität aus den 70ern zwischen Lauda und dem Engländer James Hunt. «Rush» ist das Dokument einer vergessen geglaubten Zeit. «Wir haben am Limit gelebt», erzählte Lauda. Die damalige Generation konnte gar nicht anders, weil sie nicht gewusst habe, «wann unser Leben vorbei sein würde». Lauda mochte diesen Film. (dpa)

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Trauer um Niki Lauda (Foto: Oliver Berg/dpa)

Zitate von Formel-1-Legende Niki Lauda

Nach dem Tod des dreifachen Formel-1-Weltmeisters und Luftfahrtunternehmers Niki Lauda (70) hat die österreichische Nachrichtenagentur APA prägende Zitate der Motorsport-Legende veröffentlicht.

«Diese kleine Welt der Zirkusaffen.»
(Lauda über die Formel 1)

«Es gibt tausende junger Burschen, die schneller Autofahren können als ich. Aber ich sitze in einem Ferrari.»
(Lauda über sein Leben als Rennfahrer)

«Der Unterschied waren die Kühe. Die gibt es sonst bei keinem anderen Grand Prix, deshalb war Österreich immer der Kuh-Grand-Prix.»
(Lauda über das Rennen in seinem Heimatland)

«Mein ganzes Leben war so etwas wie ein Spiel. Ich bin immer Risiken eingegangen, da brauche ich keine Glücksspiele.»
(Lauda auf die Frage, ob er gerne in Casinos geht)

«Da habe ich mir gedacht: So nicht mit mir. Das war gut so und motivierte mich, am Leben zu bleiben.»
(Lauda über die Momente nach der Letzten Ölung wegen des Nürburgring-Unfalls und das Schweigen des Priesters)

«Wir mussten uns damit auseinandersetzen, dass wir vielleicht morgen nicht mehr da sind. Wir lebten schneller. Intensiver.»
(Lauda über das Leben als Formel-1-Fahrer)

«Das Leben ist wichtiger als der WM-Titel. Ich möchte mich doch nicht umbringen, jedenfalls kein zweites Mal...»
(Lauda 1976 nach seiner Aufgabe beim Regenrennen in Japan)

«Ich habe es satt, blöd im Kreis herumzufahren.»
(Lauda 1979 nach seinem Rücktritt beim GP in Kanada)

«Ich glaube, ich weiß im richtigen Moment das Geld auszugeben.»
(Lauda auf die Frage, ob er geizig sei)

«Bei den heutigen Fahrergehältern würde ich als Amerikaner wahrscheinlich meine Mutter verklagen, dass sie mich zu früh geboren hat.»
(Lauda über die Gehälter in der Formel 1)

«Rennfahrer sind egoistische Schweine, die alles versuchen, um zu gewinnen.»
(Lauda über seinen ehemaligen Berufsstand)

«Der Mensch ist bereit alles zuzugeben. Nur nicht, dass er ein schlechter Autofahrer ist.»

«Nachdem ich in meinem Beruf nur vom rechten Fuß lebe, ist es mir egal, wie ich ausschaue.»
(Lauda über Eitelkeit)

«Es war logisch und völlig unausweichlich, dass ich reiten lernen musste, obwohl mich alles daran angewidert hat.»
(Lauda über seine Jugend)

«Die Lunge läuft wie ein Glöckerl.»
(Lauda nach der Lungen-Transplantation 2018 zum «Kurier»)

«Ich war kurzfristig tot. Jetzt bin ich wiederauferstanden.»
(Lauda nach seiner Lungentransplantation zum «Blick»)

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Trauer um Niki Lauda (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Kurzbiografie: Formel-1-Legende Niki Lauda

NAME: Nikolaus Andreas «Niki» Lauda

GEBOREN AM: 22. Februar 1949 in Wien

GESTORBEN AM: 20. Mai 2019

TEAMS: McLaren (1982 - 1985); Brabham (1978 - 1979); Ferrari (1974 - 1977); BRM (1973); March (1971 - 1972)

Erster Grand Prix: 15. August 1971 GP Österreich

Erster GP-Sieg: 28. April 1974 GP Spanien

GP-STARTS: 171

GP-SIEGE: 25

PODIUMSPLÄTZE: 54

POLE POSITIONEN: 24

GRÖßTE ERFOLGE: Weltmeister 1975, 1977, 1984

Lauda-Portrait... »