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Unterstützung für Sea-Watch-Kapitänin (Foto: Paul Zinken/dpa)

Solidarität in Berlin für die festgenommene Sea-Watch-Kapitänin Rackete

Berlin hat seine Bereitschaft bekräftigt, Migranten von dem in Italien festgesetzten Rettungsschiff «Sea-Watch 3» zu helfen. Zugleich zeigten am Dienstag in der Hauptstadt Unterstützer ihre Solidarität mit der in Italien festgenommenen Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete. Die Organisation Seebrücke plant für Samstag bundesweit Demonstrationen für die Rechte von Flüchtlingen und für die Freilassung der 31-Jährigen.

Die Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) sagte dem «Tagesspiegel» (Dienstag): «Grundsätzlich wollen wir in Seenot gerettete Flüchtlinge in Berlin aufnehmen.» Zunächst sei nun aber der Bund am Zug, hier aktiv zu werden.

Erst vor kurzem hatte Berlin einige Flüchtlinge aus Nigeria und Ghana aufgenommen, die im April im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden waren. Die Hauptstadt gehört dem kommunalen «Bündnis sichere Häfen» an, dessen Mitglieder sich bereit erklärt haben, zusätzliche Mittelmeer-Flüchtlinge aufzunehmen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte es vor kurzem als «humanitäre und auch historische Pflicht» bezeichnet, geflüchteten Menschen zu helfen.

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Mahnwache vor dem italienischen Generalkonsulat (Foto: Federico Gambarini/dpa)

In Berlin begann am Montag eine Mahnwache für Rackete vor der italienischen Botschaft. Nach Angaben der Polizei kamen dort am Dienstagmorgen rund 20 Menschen zusammen. Die Mahnwache sei bis zum Sonntagabend angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin.

Unbekannte hinterließen auch im Berliner Stadtbild ein Zeichen für die Unterstützung Racketes: In Moabit schrieben Unbekannte am Montag «Defend Solidarity. Free Carola» an eine Hausfassade. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt.

«Carola Rackete machte das einzig Richtige: Sie rettete Leben und widersetzte sich menschenrechtswidrigen Gesetzten», sagte Seebrücken-Sprecherin Liza Pflaum am Dienstag. Deswegen sollen am Samstag in Berlin und mindestens 20 anderen Städten Solidaritätsbekundungen stattfinden. Pflaum rechnete mit vielen Teilnehmern in Berlin, da «ein sehr sehr großes Interesse in der Bevölkerung herrscht». Geplant seien eine große Kundgebung und ein Demonstrationszug durch die Stadt. Der genaue Ort werde am Mittwoch bekannt gegeben.

Rackete war am Samstag mit dem Rettungsschiff «Sea-Watch 3» mit mehr als 40 Migranten an Bord trotz eines Verbots in den Hafen der sizilianischen Insel Lampedusa eingefahren und stand zunächst unter Hausarrest. (dpa)

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Proteste für Racketes Freilassung (Foto: Hans Punz/APA/dpa)

Sea-Watch-Kapitänin kommt frei

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch, Carola Rackete, kommt frei. Ein italienischer Ermittlungsrichter im sizilianischen Agrigent hob den Hausarrest am Dienstag auf, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Es seien keine weiteren freiheitsentziehenden Maßnahmen angeordnet worden. Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte gleichzeitig, die Ausweisung Racketes sei vorbereitet. Sie stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung und will den genauen Fortgang des Rettungseinsatzes untersuchen. Im schlimmsten Fall droht Rackete eine Haftstrafe. (dpa)