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Bestätigte West-Nil-Virus-Infektionen in Deutschland (Foto: Patrick Pleul/zb/dpa)

Nun auch West-Nil-Virus-Infektionen in Berlin und Sachsen-Anhalt

Nach dem deutschlandweit ersten Fall einer West-Nil-Virus-Infektion in Sachsen sind auch in Berlin und Sachsen-Anhalt zwei Fälle nachgewiesen worden. Betroffen seien zwei im Spätsommer erkrankte Frauen in Berlin und Wittenberg, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Im Umkreis des ersten durch heimische Mücken Infizierten aus der Region Leipzig gebe es zudem weitere Verdachtsfälle. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden handelt es sich um zwei unter 35 Jahre alte Patienten aus der Stadt und dem Landkreis Leipzig. Derzeit werden die Verdachtsfälle geprüft. Außerdem laufen Ermittlungen zu möglichen Infektionsquellen.

In Berlin wurde der Fall von West-Nil-Virus-Infektion bei einer Frau zwischen 40 und 50 Jahren Ende September durch einen Labortest beim BNITM bestätigt, heißt es im Wochenbericht des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales. Die Patientin litt unter grippeähnlichen Symptomen und leichtem Hautausschlag. Sie habe sich zu dieser Zeit nur in Berlin aufgehalten. Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass sie sich auch in der Hauptstadt infizierte. Möglich sei dabei unter anderem eine Übertragung durch Mücken.

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Bestätigte West-Nil-Virus-Infektionen in Deutschland (Foto: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DI)

Ende September hatten das BNITM und weitere Institute bekanntgegeben, dass erstmals eine durch Mücken in Deutschland übertragene West-Nil-Virus-Infektion beim Menschen nachgewiesen wurde. Mitte August war demnach ein 70-Jähriger aus dem Leipziger Umland an einer Gehirnentzündung erkrankt, bei dem daraufhin das Virus gefunden wurde. Der Patient war nach einer Behandlung genesen. Zuvor war der Erreger bis auf den Fall eines Tierarztes in Bayern, der sich bei der Untersuchung eines Vogels ansteckte, nur in seltenen Fällen bei Reiserückkehrern nachgewiesen worden.

Die Vielzahl schwerer Krankheitsverläufe sei erschreckend, sagte Schmidt-Chanasit. «Das ist nur die Spitze des Eisbergs.» Nur etwa ein Prozent der Infektionen führten zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen. Demnach sei von Hunderten weiteren Infektionen mit leichtem Verlauf auszugehen, die nicht diagnostiziert wurden. «Das West-Nil-Virus betrifft offenbar schon weit mehr Menschen in Deutschland als bisher angenommen.»

In mehreren deutschen Regionen wurde der Erreger seit 2018 bereits bei zahlreichen Vögeln und Pferden nachgewiesen. Das ursprünglich aus Afrika stammende Virus wird von heimischen Stechmücken übertragen. In nördlichere Gefilde gelangte es durch Zugvögel und Stechmücken.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts zirkuliert das Virus offensichtlich in den Sommermonaten zumindest regional zwischen Mücken und Vögeln. Es sei damit zu rechnen, dass es sich in Deutschland weiter etabliere und es in den kommenden Jahren vor allem in überdurchschnittlich warmen und längeren Sommern zu weiteren Erkrankungsfällen auch bei Menschen kommen werde - nach Mückenstichen. (dpa)

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