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Herbst lässt Pilze sprießen (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Nach den Regentagen der vergangenen Wochen können Pilzesammler wieder auf volle Körbe hoffen

Goldene Regel: Nur ernten, was man kennt!
Der Verzehr einer Hand voll Pilzarten kann bereits tödlich sein. Darunter ist der Grüne Knollenblätterpilz, der einem essbaren Wiesen-Champignon zum Verwechseln ähnlich sieht. Kundige lassen Giftpilze, alte oder madige Pilze stehen

Gefährliche Doppelgänger
...können Sie in der Pilzdatenbank der Uni Bonn einsehen: gizbonn.de/764.0.html

Für alle, die lieber suchen lassen…
Frische Pilze bekommen Sie in gut sortierten Gemüseläden sowie auf diversen Wochenmärkten. Nicht empfehlenswert sind Verkaufsstände am Rande der Straße: Hier schummeln sich meist giftige Pilze unter die die guten.

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Herbst lässt Pilze sprießen (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Tipps & Tricks zum Sammeln von Pilzen

  • Pilze ausdrehen, nicht ausreißen. Das Pilzgeflecht im Boden geht sonst kaputt und treibt im nächsten Jahr weniger Früchte.
  • Sammeln Sie in Körben oder Pappschalen. Die Pilze brauchen Luft. In Plastiktüten kann sich Kondenswasser bilden, die Früchte faulen. Pilze nie drücken oder quetschen.
  • Lassen Sie die Pilze in der Nähe von Straßen stehen. Autoabgase enthalten Schadstoffe und Schwermetalle.
  • Nur bekannte Pilze sammeln. Es gibt keine eindeutigen Regeln, um Giftpilze zu erkennen.
  • Pilze schützen. Lassen Sie unbekannte Exemplare stehen. Sie erfüllen wichtige Funktionen im Wald. Das gilt auch für wurmstichige und verfaulte Pilze.
  • Artenschutz beachten. Steinpilze und Pfifferlinge dürfen nur noch für den persönlichen Bedarf gesammelt werden.
  • Lassen Sie besonders kleine Exemplare stehen. Nur wenn genügend Pilze bis zur Sporenbildung reifen, bleibt die Art erhalten.
  • Holen Sie Rat, wenn Sie unsicher sind. Vereine, Apotheken und freie Träger bieten während der Pilzsaison Anfang August bis Anfang Oktober Pilzberatung an. Dabei Fundort notieren - ein wichtiger Hinweis für Fachleute.
  • Sammeln Sie nicht in Regionen, in denen vor dem Fuchsbandwurm gewarnt wird. Die Eier des Parasiten werden vom Fuchs ausgeschieden. Der Fuchsbandwurm befällt die inneren Organe von Zwischenwirten - auch die des Menschen. Dort bildet er sogenannte Finnen. Infektionen können tödlich enden. Essen Sie Wildpilze nicht roh: Erhitzen über 70 Grad tötet die Eier des Fuchsbandwurms.
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Pilze im Wald (Foto: Ulrich Perrey/dpa)

Pilzgebiete in Berlin und Umgebung

  • Osten: die Märkische Schweiz
  • Süden: der Fläming und die Wälder bei Halbe
  • Westen: Falkensee
  • Norden: die Region bei Biesenthal, die Schorfheide, entlang der B 96, Birkenwerder
  • die Forsten in Tegel und Spandau
  • der Grunewald
  • das Gebiet um den Müggelsee
  • Region südlich von Potsdam und südlich des Autobahnrings
  • Region rund um Groß Köris
  • Spreewald und Schlaubetal (für Tagesausflüge geeignet)
  • Region zwischen Friedrichshagen und Rahnsdorf
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Pilze sammeln (Foto: Ole Spata/dpa)

Pilzberatungen

Kostenlose Pilzberatung im Botanischen Museum (Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin)
Termine bis März 2020 - Infos & alle Termine im Überblick... »

Stiftung Naturschutz Berlin (Potsdamer Straße 68, 10785 Berlin-Schöneberg), Mitglieder der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Berlin Brandenburg (PABB) untersuchen Einzelstücke von Besuchern; montags zwischen 17.30 und 18 Uhr
Mehr Infos... »

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Pilzsammler (Foto: Bodo Schackow/zb/dpa)

Literatur

Anfänger sollten Pilzbücher zu Rate ziehen. Handlich ist der Ratgeber «Pilze sammeln, aber richtig» von Ewald Gerhardt, ISBN 3.405.16818 für 7,99 Euro.

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Pilze (Foto: Patrick Pleul/zb/dpa)

Notruf

Für Notfälle, wenn also Pilze entgegen diesen Empfehlungen verzehrt wurden, stehen die Ärztinnen und Ärzte des Berliner Giftnotrufs unter Tel. 19 240 Tag und Nacht zur Verfügung. Sie können sagen, ob bestimmte Krankheitssymptome auf eine Pilzvergiftung hinweisen und sie haben die Mithilfe von 20 ehrenamtlich tätigen Pilzkennern, die im Vergiftungsnotfall für den Laien oder das Krankenhaus aus Pilzresten bestimmen können, ob giftige Arten darunter sind.

Der ärztliche Notdienst unter Tel. 31 00 31 und alle Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser helfen natürlich auch und führen, wenn nötig, die lebensrettenden Behandlungen durch.

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Pilze (Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp)