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Ein kleines Mädchen spielt ein Game auf einem Smartphone (Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbi)

Kind ist ständig mit dem Handy online: Tipps für Eltern

Smartphones haben schon auf die Kleinsten eine magische Anziehungskraft. Bereits Dreijährige können das Handy oft bereits versiert nutzen: Sie wischen, tippen, und schon erscheinen quietsch-bunte Bilder, Videos oder Spiele. Doch die Kehrseite der Medaille: Internet, Smartphone und Computer können Kinder und Jugendliche regelrecht süchtig machen. Etwa 100 000 Jugendliche in Deutschland lassen sich als abhängig von Sozialen Medien einstufen - das sind etwa 2,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, wie eine Analyse der Krankenkasse DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt.

Welche Regeln können Eltern im Umgang mit dem Smartphone am besten einführen? Drei Tipps dazu von Buchautor Thomas Feibel:

- Signale ausschalten: Eltern können zusammen mit den Kindern überlegen, welche Benachrichtigungen sich auf dem Smartphone deaktivieren lassen. Auch entlastet es, wenn im Sperrbildschirm keine Nachrichten angezeigt werden. Jedes «Pling» weckt das Aufmerksamkeitssystem, gleichzeitig wird die Erwartung geschürt, dass etwas Lustiges oder Tolles passiert. Daran gewöhnt sich das Gehirn, so dass eine Suchtschleife entsteht.

- Nutzungsdauer bewusst machen: Auch Eltern kennen es gut, wie es ist, nur mal schnell die neuesten Bilder bei Instagram ansehen oder die letzten Facebook-Posts lesen zu wollen - und zack, ist eine Stunde rum. Da Kinder permanent online sind, sobald sie ein Smartphone haben, lohnt sich folgendes Experiment: einfach mal die Zeit stoppen, die Kinder fürs Lernen brauchen. Einmal mit und einmal ohne Smartphone, rät Feibel. Ohne Handy wird es vermutlich schneller gehen. Da die meisten Kinder nicht freiwillig mehr Zeit mit dem Lernen verbringen wollen, haben Eltern damit ein gutes Argument an der Hand: Das Smartphone kann ein ganz schöner Zeitfresser sein.

- Handyverbot vermeiden: Das Handy zu verbieten erscheint verlockend, sollte aber die letzte mögliche Lösung sein. Denn das Smartphone einfach einzukassieren, zeigt Kindern: «Ich habe Macht, und du bist machtlos». Einen konstruktiven Austausch ermöglicht das nicht. Besser sind Abmachungen, zu welchen Zeiten alle das Handy in der Familie weglegen sollten - zum Beispiel beim Essen, beim Schlafen oder an einem festgelegten Tag des Wochenendes. Erst wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, kann das Telefon auch mal für einen Tag weg sein. (dpa)

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