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Die 15-jährige Barbara kämpft gegen Riesen, um ihre Heimatstadt zu schützen. ABER: Sie ist die Einzige, die die Monster sieht...

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
„I KILL GIANTS“ kann sich prima-sehen und gut-empfinden lassen
Richtig gut

I Kill Giants

Genre: Fantasy, Abenteuer
Produktion: Belgien/England/USA 2016
Laufzeit: 102 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Anders Walter
Darsteller: Madison Wolfe, Zoe Saldana, Imogen Poots ...

Filmseite: www.kochmedia-film.de/i_kill_giants
VÖ:
26. Juni 2018

Pönis Filmkritik anhören:

I Kill Giants

Zum Film:

Riesen gibt es wirklich! Sie lauern in den Wäldern und warten nur auf die passende Gelegenheit, um die Heimatstadt der 15-jährigen Barbara anzugreifen.

Kein Wunder, dass die neue Schulpsychologin Mrs. Mollé diese Geschichte wenig überzeugend findet. Stattdessen setzt sie alles daran, der cleveren jungen Eigenbrötlerin zu helfen. Doch die fantasievolle Barbara hält weiter an ihrer Mission fest: Gemeinsam mit ihrer einzigen Freundin Sophia will sie die gigantische Bedrohung aufspüren und sich einem finalen Kampf stellen... (Kochmedia Film)

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Foto: I Kill Giants (Koch Media GmbH)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) „I Kill Giants“, „Ich töte Riesen“, ist eine limitierte Comic-Serie von JOE KELLY (Text) und KEN NIMURA (Bild), die dann in einem einzelnen Buch zusammengefasst wurde. 2008 wurde der Band in den USA als „Best Indy Book of 2008“ ausgezeichnet sowie von „The New York Medien“ in die Liste als einer der 10 Besten Comics gesetzt.

Sie heißt Barbara (MADISON WOLFE), ist 15 und „spinnt“ offensichtlich. Jedenfalls ist sie ständig dem Mobbing-Spott in der Schule ausgesetzt als „Nerd-Queen“. Schon wie sie herumläuft, mit diesen Stoff-Hasenohren auf dem Kopf und der angeblichen Superwaffe „Covaleski“ in ihrer kleine Tasche. Am Strand hat sie sich eine Art Schutzhütte gebaut. Aber: Wogegen beziehungsweise wofür? „Ich bin hier, weil andere nicht verstehen, was sie nicht kennen“, lautet ihrer Motivation. Ihre beste und einzige Freundin ist Sophia (SYDNEY WADE), die gerade aus England hier an die US-Küste gezogen ist und ziemlich überrumpelt wird von den Barbara-„Aktionen“. Diese nämlich sieht eine große Gefahr auf die kleine Stadt zukommen: „Ich finde Riesen! Ich jage Riesen! Ich töte Riesen“.

Natürlich halten fast alle das junge Mädchen für gaga. Doch die Schulpsychologin, Mrs. Mollé (ZOE SALDANA), spürt, dass hinter der aggressiven Fassade des jungen Mädchens weitaus mehr steckt als nur eine pubertäre oder spinnerhafte Verrücktheit. Doch auch Zuhause wird Barbara zum Problem, denn ihre ältere Schwester Karen (IMOGEN POOTS), die neben ihrem Beruf den Haushalt leitet und mittlerweile am Ende ihrer Kräfte ist, fühlt sich zunehmend durch die energische jüngere Schwester genervt. Denn was soll das – das mit den Riesen? Was für bedrohliche Riesen? Woher kommen sie, was wollen sie, wenn sie denn überhaupt existieren, was niemand glaubt/für möglich hält??? Und wir fragen uns, wo denn um Himmels Willen hier die Eltern sind, die ihr Kind endlich „zur Vernunft“ bringen?

Ein tolles Fantasy-Märchen! Nicht als großspuriges Spektakel, sondern als sensible Alptraum-Poesie. Mit vielem imposanten, unterhaltsamen Rätsel-Raten. Ein willensstarkes, für ihr Alter höchst cleveres junges Mädchen will sich gegen Dämonen behaupten. Und stößt überall nur auf Widerstand, so dass sie sich alleine „dem Kampf“ ausgesetzt sieht. Und entsprechend „überkandidelt“ handelt. Was ihre Umgebung in Rage bringt. Und Barbara zur Zielscheibe von Spott und Mobbing- und Hass-„Rangeleien“ werden lässt. Doch das Mädel bleibt tapfer. Fightet für „ihre Sache“.

Die darstellerische Sensation heißt / ist MADISON WOLFE, bekannt aus dem Horrorstreifen „Conjuring 2“ von James Wan. Wie die (zur Drehzeit) 13jährige sich eindringlich, intensiv, fulminant in ihre Barbara-Figur verbeißt, ist überragend-sensibel und tief Charakter-spannend. Gegen sie hat der kurzfristig für Halle Berry eingesprungene Hollywood-Star Zoe Saldana keine „Bewegungs“-Chance. Wirkt in und mit ihrem Psychologinnen-Nebenpart deplatziert. Vermag aber, dank der unwiderstehlich-bravourösen Madison Wolfe, den Gesamteindruck nur unwesentlich schmälern: „I KILL GIANTS“ besitzt viel Magie, ist visuell ansprechend und in der letztlichen (Be-)Deutung erstaunlich plausibel.

Ein in jeder Hinsicht spannendes Emotionsfutter: „I KILL GIANTS“ kann sich prima-sehen und gut-empfinden lassen.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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