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Kein typisches Biopic - Ein Denkmal für Freddie Mercury

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Imponierende Popmusik-Revue mit allem amüsanten Drum-und-Dran-Outfit!
5 Pönis: Einsame Spitze

Bohemian Rhapsody

Genre: Drama
Produktion: Großbritannien/USA 2018
Laufzeit: 134 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Bryan Singer
Darsteller: Rami Malek, Joseph Mazzello, Lucy Boynton, Mike Myers

Filmseite: www.fox.de/bohemian-rhapsody
Kinostart:
31. Oktober 2018

Pönis Filmkritik anhören:

Bohemian Rhapsody

Zum Film

Im Jahr 1970 lernt Freddie Mercury (Rami Malek) die Musiker Brian May, Roger Taylor und John Deacon kennen. Sie suchen einen Frontsänger - und mit seiner atemberaubenden Stimme ist es für Freddie ein Leichtes, sie von sich zu überzeugen.

Die Band Queen, die später zu einer der legendärsten Rockbands aller Zeiten werden wird, ist geboren. Gemeinsam schreiben die Jungs Songs wie «Killer Queen», «Bohemian Rhapsody», «We Are The Champions» und «We Will Rock You». Ihre Auftritte rund um den Erdball werden bejubelt und die Presse feiert Queen nach anfänglicher Skepsis als ein musikalisches Phänomen.

Doch hinter der Fassade des Leadsängers Freddie Mercury macht sich langsam eine emotionale Zerrissenheit bemerkbar. Nicht nur mit seiner für ihn lange Zeit nicht definierbaren Sexualität muss er sich arrangieren. Immer häufiger scheint sein Umfeld etwas Anderes zu wollen, als er selbst... (dpa)

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Kinostart «Bohemian Rhapsody» (Foto: -/Fox Deutschland/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Der Film über Freddie Mercury und über die "Queen"-Musik ist ein Rausch. Nimmt sich "nur" Zeit für das Wesentliche. Die "Aussparungen", in Chronologie und Fakten, so beispielsweise seine 6-jährige Auszeit ab 1979 oder das ausschweifende Sexualleben des sich erst als bisexuell, dann als schwul outenden Sängers, mögen Biographen und Detailbesessene stören, dem Film tun sie eher gut. Dieser setzt voll auf zwei herausragende Motive: Auf diese ereignisreiche, wunderbare "Queen"-Musik, mit Hits wie "Somebody to love", "I Want to Break Free" oder "We Will Rock Yopu" oder "We Are the Champions" oder "Radio Gaga" oder "The Show Must Go On"; und setzt natürlich auf IHN, Front-Body FREDDIE MERCURY, den sensiblen Exzentriker, den einsamen Gefühlsmenschen mit der brüchigen Persönlichkeit, den divenhaften Egomanen. Der sich im Verlaufe der Jahre gegenüber seiner Band entfremdet, sich schließlich verabschiedet, um seinen eigenen musikalischen wie privaten Lebensweg zu gehen. Der sich dabei lange mit Drogen & Sex vollpumpt, um seine Einsamkeit zu überspielen, vom eigenen "Sekretär" manipuliert wird, schließlich sein Scheitern erkennt und mit dem Band-Team wieder zusammenkommt. Für einen wahnsinnig opulenten, mitreißenden Auftritt, für eine sagenhafte Performance beim Londoner Benefiz-Konzert "Live Aid" im Jahr 1985.

Die Musik, klar, das dicke Plus. Aber DAS ERLEBNIS dieser intensiven, hochemotionalen, begeisternden 135 Filmminuten ist ER: RAMI MALEK. Ein erster "Oscar"-Kandidat für 2019. Rami Malek, Kalifornier des Jahrgangs 1981, wurde durch die Rolle des Hackers Elliot Alderson in der US-TV-Serie "Mr. Robot" bekannt (für die er einen TV-"Oscar", den "Emmy Award", erhielt). Neulich, im missratenden Remake von "Papillon", mimte er den kurzsichtigen Louis Dega (den alten Dustin Hoffmann-Part). Jetzt aber dreht er auf, ist auf seiner, besser: kriegt SEINE Olymp-BÜHNE. Denn WIE er in diesen Rock-Künstler und Gefühlsgiganten Freddie Mercury eintaucht, ihn Pore für Pore minutiös seelisch entblättert, entwirft, ausbreitet, ist allererste Darstellungs- / Darsteller-Klasse.. Als schweißtreibende Nerven-Show. Die faszinierend, berstend vor Gänsehaut-Appeal, unglaublich physisch wie psychisch präsent: 'rüberkommt. Als wenn man FREDDY MERCURY mit seinem elektrisierendem Charisma gerade wieder tatsächlich erleben und begleiten darf. Während seine Band-Kollegen Lee & Hardy wie Doppelgänger von Brian May & Roger Taylor durchgehen.

"Bohemian Rhapsody" ist eine fantastische, stilechte, ästhetisch - zeitgenössisch exzellent aufbereitete und atmosphärisch wie darstellerisch ständig mitreißende QUEEN-KING-Zeitreise als imponierende Popmusik-Revue, mit allem amüsanten Drum-und-Dran-Outfit. Das ist: Ganz - GANZ großes Wirkungs-Kino.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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