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Wie Charles Dickens seine Weihnachtsgeschichte erfand

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Ein schöner Film!
3 Pönis: Geht so

Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

Genre: Familienfilm
Produktion: Irland/Kanada 2017
Laufzeit: 104 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Bharat Nalluri
Darsteller: Dan Stevens, Christopher Plummer, Jonathan Pryce

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Kinostart:
22. November 2018

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Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand

Zum Film:

Charles Dickens (Dan Stevens) hat es ganz nach oben geschafft: Durch seine Romane «Die Pickwickier» und «Oliver Twist» ist der britische Schriftsteller zum Superstar geworden.

Aber nichts währt ewig: Nach einigen Flops bröckelt der Ruhm und das Geld wird knapp. Nur ein schneller Erfolg kann Dickens aus der Bredouille retten, schließlich hat er eine zündende Idee.

In «Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand» erzählt Bharat Nalluri sehr warmherzig und mit feinem britischen Humor die Entstehungsgeschichte von Dickens' Welterfolg «Ein Weihnachtslied».

Besonderer Clou: Schon bald bevölkern die Gestalten seiner Einbildungskraft Dickens' wirkliche Welt und übernehmen die Regie. Allen voran der Geizhals und Misanthrop Scrooge, der von dem großartigen Christopher Plummer («Alles Geld der Welt») verkörpert wird. (dpa)

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Charles Dickens - Der Mann der Weihnachten erfand (Foto: Kerry Brown/Garlands Films DAC/d)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Wir kennen diese Geschichte alle, haben oft von ihr vernommen; haben sie an Weihnachten oft auch auf dem Bildschirm verfolgt: "A Christmas Carol" wie sie im Original heißt beziehungsweise "Eine Weihnachtsgeschichte". Im Dezember 1843 zum ersten Mal - mit Illustrationen von John Leech - veröffentlicht. Der Autor ist der britische Schriftsteller CHARLES DICKENS (7. Februar 1812 - 9. Juni 1870). Und vor allem um ihn geht es in diesem Spielfilm.

Als wir ihm 1842 begegnen, lässt er sich bei einer "Amerika-Tour" feiern. Beseelt kehrt er nach England zurück. Dort erwarten ihn allerdings "reale", also materielle Probleme. Sein letzter Erfolg mit "Oliver Twist" liegt fünf Jahre zurück, die Romane danach waren Flops. Mit seiner Familie lebt er zwar auf großem Fuß, doch nun wird es wieder Zeit für eine Erfolgsgeschichte. Doch Charles Dickens (DAN STEVENS/"Die Schöne und das Biest") erfährt/durchlebt eine Schreibblockade. Seine Verleger werden ungeduldig, missmutig, zudem erwartet seine Ehefrau Catherin ihr fünftes Kind. Die Zeichen stehen auf Sturm und Krise. Zumal man seinen Einfall, eine "Weihnachtsgeschichte" zu schreiben, als"aussichtslos" betrachtet. Doch mit Unterstützung seines Freundes und Agenten, eigentlich: seines Mentors und Beschützers John Forster (JUSTIN EDWARDS), entwickelt er die Idee, sein angefangenes Buch selbst drucken zu lassen. Doch erst einmal muss sich seine Geschichte "entwickeln". Immer wieder wird Charles dabei "unterbrochen", zuletzt durch den Besuch seines Vaters John (JONATHAN PRYCE/der Bond-Bösewicht aus "Der Morgen stirbt nie") und seiner Mutter. Mit dem Vater gibt es viele Spannungen, obwohl Charles ihn immer wieder finanziell unterstützt. Doch da sind Dinge aus der frühen familiären Vergangenheit, die längst noch nicht aufgearbeitet sind. Kurzum: Charles, das Nervenbündel, der jetzt schon mal leicht(er) aus der Haut fährt.

Zumal: Die Figuren seiner Gruselgeschichte "beehren" ihn immer wieder. Belagern ihn. Lästern herum. Angeführt durch diesen Ekel-Geizhals und Misanthropen Ebenezer Scrooge (CHRISTOPHER PLUMMER), der, stellvertretend, es nicht länger hinnehmen will, dass es mit ihnen - beziehungsweise - der Geschichte, in der sie mitmischen, nicht weitergeht. Man bedrängt den sowieso schon aufgewühlten Schreiber. Immer mehr. Immer näher.

Wirklichkeit und Phantasie verschmelzen in diesem aufwändig zelebrierten, feinen britischen Unterhaltungsstreifen. Mit opulenten Kostümen, einem liebevoll rekonstruierten London der damaligen Epoche sowie gut aufgelegten Darstellern, allen voran der 88-jährige "Oscar"-Preisträger Christopher Plummer (zuletzt großartig als Jean Paul Getty in Ridley Scotts "Alles Geld der Welt"), der als Scrooge die dunkle Seelen-Seite von Charles Dickens brillant verkörpert, dabei so richtig-schön-fies sein darf und dies offensichtlich genießt. Ein schöner Film.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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