das_ist_erst_der_anfang.jpg

Duke und Leo kämpfen mit dem Ruhestand, der Damenwelt und plötzlich auch mit der Mafia

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
"Das ist erst der Anfang", nein, DAS IST DAS ENDE
0 Pönis: Grottig

Das ist erst der Anfang!

Genre: Action/Komödie
Produktion: USA 2017
Laufzeit: 91 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Ron Shelton
Darsteller: Morgan Freeman, Tommy Lee Jones, Rene Russo, Glenne Headley, Joe Pantoliano

Filmseite: www.das-ist-erst-der-anfang.de
Kinostart:
14. Juni 2018

Pönis Filmkritik anhören:

Das ist erst der Anfang!

Zum Film:

Duke Diver (Morgan Freeman) liebt seinen Job als Manager des luxuriösen Resorts Villa Capri im kalifornischen Palm Springs. Seine Vergangenheit mag zwar nicht astrein sein. Aber wenn es darum geht, das Leben der gutgelaunten Bewohner der Villa zu einer einzigen großen Party zu machen, ist er unschlagbar. Seine Schützlinge fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes als „Best Ager“: Er flirtet mit den Damen, pokert mit den Herren, und auf dem Golfplatz ist er sowieso der Größte.

Dieses sonnige Gleichgewicht des dolce-far-niente gerät aus den Fugen, als Leo (Tommy Lee Jones) in die Villa einzieht. Der Ex-Militär und erfolgreiche Geschäftsmann entpuppt sich nicht nur als Charmebolzen, sondern obendrein als exzellenter Golfer (Single-Handicapper)! Plötzlich ist Dukes Position gefährdet, und der Machtkampf zwischen den männlichen Alphatieren eröffnet. Wer ist in Zukunft die Nummer Eins? Und wer kann bei der unerwartet auftauchenden, mysteriösen und äußerst reizvollen Suzie (Rene Russo) punkten?

Doch als Duke von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt wird, ist Schluss mit den Hahnenkämpfen im Rentner-Stall. Die beiden Kontrahenten legen ihre Rivalitäten bei und machen gemeinsame Sache, um die zu stoppen, die Duke ans Leder wollen... (Wild Bunch Filme)

das_ist_erst_der_anfang_szene.jpg
Foto: Das ist erst der Anfang (Wild Bunch Filme)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) nein, dies ist nicht der Anfang, sondern: das Ende. Von jeglicher Qualität; jeglichem Niveau; jeglichem Spaß. "Just Getting Started", so der Originaltitel, wurde nicht zu Unrecht in den USA nach dem Kinostart am 8. Dezember 2017 kritisch geteert und gefedert und vom Publikum fast völlig ignoriert (der 21. schlechteste Filmstart aller Zeiten). Der Autoren-Regisseur RON SHELTON, der einst an überdurchschnittlichen Filmen beteiligt war wie: "Under Fire"; "Annies Männer"; "Weiße Jungs bringen's nicht" und zuletzt an "Hollyood Cops", zeigt hier Auflösungserscheinungen in Sachen - was stelle ich bloß an mit zwei hochkarätigen Hollywood-Stars. Sowohl per grottigem Drehbuch wie auch über eine unfassbar schlechte Inszenierung.

Übrigens, schon mal vorab: Der Film spielt zur Weihnachts- und Neujahrszeit, mit entsprechender Musik-Beschallung, ist also derzeit bei uns etwa so passend wie ein Glühwein.

MORGAN FREEMAN, Jahrgang 1937, und TOMMY LEE JONES, Jahrgang 1946. Beide zählen zu den profiliertesten Charakter-Darstellern Hollywoods. Beide sind "Oscar"-Preisträger. Beide haben sich in vielen hervorragenden Rollen und Figuren präsentiert, doch was sie hier veranstalten, geht weit unter die berühmte Kuhhaut, sprich: Geschmacks-Gürtellinie. Freeman mimt einen geilen Opa in einem formidablen Alters-Camp im ständig sonnigen kalifornischen Palm Springs. Als Duke Diver ist er hier der Ansager, Aufreißer und Begatter: "Ich werd' gerne hin und wieder kunstvoll beflockt", macht ihn ein weiblicher Seniorinnen-Fan an, denn: "Fürs Bett bist du doch allzeit bereit". Doch Dukes Auftritt als der Nr.1-Platzhirsch kommt ins Wanken, als "Cowboy" Leo auftaucht (Tommy Lee Jones mit entsprechendem Hut), Paroli bietet in Sachen Sex, Alkohol und Golf und zu Alpha-Oldie-Tier-Duellen aufruft. Was dann folgt, ist unbeschreiblich Nur-Noch-Dämlich. Zum Fremdschämen-Traurig. Völlig hohl. Affen-artiger Blödsinn, der sich dann auch noch - Achtung, ha-ha: man gibt plötzlich andere Identitäten preis - zu einem bekloppten Möchtegern-Krimi mutiert. Bei dem ein Tommy Lee Jones ungestraft sagen darf: "Ich will meine weibliche Seite entdecken".

Ach so ja: Als weibliches "Minenfeld" tritt auch noch RENE RUSSO auf (zuletzt in: "Man lernt nie aus", neben Robert De Niro, und "Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis", neben Jake Gyllenhaal); und leider auch ganz und gar unangenehm-lächerlich-peinlich mit Doofchen-Aura.

"Das ist erst der Anfang", nein, DAS IST DAS ENDE.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

das_ist_erst_der_anfang.jpg