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Das Leben des 17-jährigen Simon ist kompliziert. Er ist homosexuell und ein Mitschüler will ihn outen

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Belehrt oder nervt nie, sondern lässt positive Stimmungen klug-normal wie HERZhaft dominieren
4 Pönis: Richtig gut

Love, Simon

Genre: Drama/Komödie
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 110 Minuten
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Regie: Greg Berlanti
Darsteller: Nick Robinson, Jennifer Garner, Katherine Langford, Josh Duhamel

Filmseite: www.facebook.com/lovesimon
Kinostart:
28. Juni 2018

Pönis Filmkritik anhören:

Zum Film:

Jeder verdient eine großartige Liebesgeschichte. Für den siebzehnjährigen Simon Spier ist es allerdings etwas komplizierter: er muss seiner Familie und seinen Freunden erst noch erklären, dass er schwul ist. Und er muss auch noch herausfinden, wer der anonyme Mitschüler ist, in den er sich online verliebt hat.

Die Lösung beider Probleme nimmt einen urkomischen aber auch beunruhigenden Verlauf und verändert Simons Leben vollkommen... (Twentieth Century Fox)

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Foto: Love, Simon (Twentieth Century Fox)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) "Love, Simon" ist der erste Mainstream-Film eines großen Hollywood-Studios ("Twentieth Century Fox"), der sich auf eine schwule Teenager-Romanze einlässt. Was die US-Kinobesucher in Scharen strömen ließ und verzückte. (Budget: um die 15 Millionen US-Dollar; Theaterkasse: rd. 60 Millionen). Immerhin: Wir schreiben das Jahr 2019!

In diesem Dramedy, Bezeichnung für die Begriffe Drama und Comedy, lebt der 17jährige Simon (NICK ROBINSON) in einem vergleichsweise unkomplizierten Umfeld. Seine Eltern mögen ihn und zeigen es ihm auch gerne liebevoll (JENNIFER GARNER & JOSH DUHAMEL), und inmitten seiner bunten Freundesclique, bestehend aus Männlein und Weiblein, ist er auch sehr beliebt. Alles wäre paletti, wenn da nicht ein sehr persönliches Problem in ihm brodeln würde: Simon ist schwul. Und hat sich bislang nicht getraut, sich zu outen. Dabei ist anzunehmen, dass dies für sein Umfeld so gut wie gar kein Problem wäre. Also baut er einen - zögerlichen - Kontakt über den Blog eines anonymen Mitschülers auf, der sich unter dem Pseudonym "Blue" als homosexuell outet. Als zufällig ein reichlich nervender Mitschüler und ebenfalls Mitglied der schulischen Theatergruppe diese geheime Internet-Korrespondenz entdeckt und Simon erpresst, kriegt dieser bei den folgenden emotionalen Turbulenzen Schwierigkeiten. Und findet dabei viel Unterstützung durch Prima-Unterstützer.

Denn diesmal sind (endlich einmal) NICHT gesellschaftliche Ausgrenzung, elterlicher Ablehnung und oder Bestrafung und damit verbundenen schlimme Identitäts-Probleme annonciert, die "gelöst" werden müssen, sondern, ganz im Gegenteil, ist das zunächst unwissende Umfeld des Jungen (Eltern, Kumpels, Schuldirektor) absolut bereit, ihm zu helfen, ihn selbstverständlich zu unterstützen. Um gegen (bisherige, filmisch gern thematisierte) Vorurteile, vermeintliche Probleme, gar Beschimpfungen und überhaupt Schwulen-Klischees von Anfang an anzugehen. Sir gar nicht erst blöd "aufkochen" zu lassen. "Love, Simon" unterhält prächtig durch seinen köstlich trockenen Humor, ist amüsant wie beiläufig-herzerwärmend. Also "normal". Man wird überrascht von prickelnden Ideen, einfallsreichen Dialogen und einer Traumsequenz, die es sagenhaft in sich hat: In der Kinder ihren "verzweifelten" Eltern gestehen, heterosexuell zu sein. Was für ein hübscher Geniestreich.

Ach so ja, habe ich es schon erwähnt: Das gesamte Ensemble, allen voran natürlich dieser natürliche Rampen-Boy NICK ROBINSON /der Zach aus "Jurassic World"/2015), ist hervorragend besetzt und bestens gut drauf.

"Love, Simon" oder: Schwul-Sein ist absolut okay. Und schon gar für Teenager. Das Motto des Films kommt einfühlsam wie charmant 'rüber. Belehrt oder nervt nie, sondern lässt positive Stimmungen klug-normal wie HERZhaft dominieren. Wie schön!

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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