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Thriller um eine Bloggerin, die dem plötzlichen Verschwinden ihrer Freundin/Nachbarin auf den Grund geht

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Ein pikanter Thriller. Mit viel herber Lust am bösen Spaß
3 Pönis: Geht so

Nur ein kleiner Gefallen

Genre: Thriller
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Paul Feig
Darsteller: Anna Kendrick, Blake Lively, Henry Golding,...

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Kinostart:
8. November 2018

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Nur ein kleiner Gefallen

Zum Film

Ist es wirklich Freundschaft, was die unscheinbare und mäßig erfolgreiche Mom-Bloggerin Stephanie (Anna Kendrick) und die extravagante Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively) miteinander verbindet oder kommt Emily die alleinerziehende Stephanie nur gelegen, wenn sich ihr übervoller Terminkalender mal wieder überschlägt?

So auch, als Emily sie eines Tages bittet, ihren Sohn Nicky von der Schule abzuholen und Stephanie ihr diesen kleinen Gefallen sehr gerne tut. Doch nicht nur an diesem Abend wartet Stephanie vergeblich darauf, dass Emily ihren Sohn abholt – Emily bleibt auch die folgenden Tage und Wochen verschwunden… Stephanie kümmert sich ab sofort gemeinsam mit Emilys Mann Sean (Henry Golding) um Nicky. Doch: Was ist mit Emily passiert? Nichts scheint so zu sein, wie es ist…(Studiocanal)

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Foto: Nur ein kleiner Gefallen (Studiocanal)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) dem 56-jährigen Schauspieler, Drehbuch-Autoren, Produzenten und Regisseur PAUL FEIG gelang 2011 mit dem ironischen Komödien-Rabatz "Brautalarm" mit Melissa McCarthy ("Oscar"-Nominierung) ein Überraschungserfolg. Danach schuf er, ebenfalls mit Melissa McCarthy, die (Mehr-oder-Weniger-gelungenen) Vergnüglichkeiten "Taffe Mädels" (2013), "Spy - Susan Cooper Undercover" (2015) und "Ghostbusters" (2016). Für "A Simple Favor", so der Originaltitel, ließ er Melissa zuhause und realisierte mit zwei "neuen" Mädels einen diesmal taffen Spannungsfilm.

Stephanie (ANNA KENDRICK) und Emily (BLAKE LIVELY). Könnten unterschiedlicher nicht sein. Stephanie, Witwe, alleinerziehende Mutter von Miles und mittelmäßig erfolgreiche Video-Bloggerin mit Haushaltstipps, und ihre extravagante Freundin, die attraktive Mode-PR-Chefin Emily, mit Sohn Nicky. Die in einem Traumhaus residiert und mit einem Traummann, einem bekannten Schriftsteller, verheiratet ist. Zwei Welten, eine Frauen-Einheit. Als die vielbeschäftigte Emily ihre Freundin bittet, doch ihren Sohn von der Schule abzuholen, kommt Stephanie natürlich diesem Wunsch nach. Doch dann - bleibt sie weg. Emily. Taucht nicht mehr auf. Und Stephanie und wir fragen uns, was ist los? Geschehen? Passiert? Währenddessen die nette Stephanie sich fortan gemeinsam mit dem Emily-Ehemann Sean (HENRY GOLDING) um Nicky kümmert. Was dazu führt, dass man sich pö a pö näher kommt. Dann wird die Leiche von Emily gefunden und Stephanie beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Fühlt sich zwar "ganz wohl" in/mit ihrer "neuen Familie", möchte jedoch schon wissen, was - warum und überhaupt. Eine Komödie wechselt das Fach.

Mehr wird nicht ausgeplaudert. Denn längst empfinden wir - übrigens zu Recht -, nichts ist hier so zu nehmen, zu verstehen, zu akzeptieren, wie es sich zeigt. Nichts glauben, was die Handelnden behaupten, lautet das angesagte Motto. Wie sie sich präsentieren, ist nicht koscher. Und dies macht diesen unterhaltsamen Suspense-Streich aus, wenngleich a) der Tiefgang in den Figuren = Charakterbeschreibungen überschaubar bleibt und b) der Twist in der finalen Wendung zwar überrascht, aber eigentlich auch wieder nicht. Zu oft wurden wir zwischenzeitlich kitzlig-gefoppt und mit Bosheiten kräftig eingelullt, aber irgendwie war man auch "auf so etwas" innerlich eingestellt. Motto: Erst die Burleske, dann der Psycho-Thrill.

Ein pikanter Thriller. Angesiedelt in der feinen Welt der Lügen. Mit viel herber Lust am bösen Spaß. ANNA KENDRICK, die als stets lächelnde Listige im Hollywood-Kino "nebenbei" aufstieg (3 x "Pitch Perfect"; "Mike und Dave Need A Wedding Dates") und sich zuletzt angenehm-eigenwilliger in ihren Rollen entwickelte ("Cake"; die Cinderella in "Into The Woods"), mimt die Brave und Vernünftige mit raffiniertem Matchball. BLAKE LIVELY ("Für immer Adaline") ist endlich einmal nicht nur schmuckes Blond-Beiwerk für Männer-Phantasien, sondern als (lange) nicht zu identifizierendes kitzliges Frauen-Rätsel die spannendere Figur. "Nur ein kleiner Gefallen" zählt in seiner boshaften Konstruktion in die Kategorie von Frauen-Power-Raffinessen wie "Gone Girl" und "Girl On the Train".

Schöner, biestiger, elegant-schmackhafter Genre-Teig, der passabel schmeckt und mit schönen Retro-Balladen von Brigitte Bardot & Francoise Hardy nett-gagig klingt. Allerdings nicht vollends angerichtet wurde. Merke: Da war mehr (Gaumen-Sinne-)Reiz möglich.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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