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Charlize Theron spielt eine überforderte Mutter, die dringend ein Kindermädchen braucht

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
„Tully“ ist eine prickelnde Kino-Muschel mit Perlen-Kult-Status
4 Pönis: Richtig gut

Tully

Genre: Familie/Drama/Komödie
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 96 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Jason Reitman
Darsteller: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Ron Livingston, Mark Duplass

Filmseite: www.dcmworld.com
Kinostart:
31. Mai 2018

Pönis Filmkritik anhören:

Tully

Zum Film:

Marlo (Charlize Theron) hat gerade erst ihr drittes Kind bekommen, als ihr Bruder ihr ein besonderes Geschenk macht: Eine „Night Nanny“, die sich nachts um die Kinder kümmern soll.

Marlo ist zunächst skeptisch gegenüber dem Gedanken, Hilfe von einer fremden Person anzunehmen, doch als sie die junge, schlaue und witzige Nanny namens Tully kennenlernt, entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft zwischen den beiden Frauen.. (dcm)

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Tully (Foto: dcm)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) In seinem neuesten Film verwandelt sich die wunderschöne südafrikanische CHARLIZE THERON, die sich ja schon einmal äußerlich „verunstaltete“ und den „Oscar“ als und in dem Filmdrama „Monster“ 2003 einheimste, mit 25 Kilo Mehrgewicht in eine gestresste Mutter von Anfang Vierzig. Die gerade ihr drittes Kind erwartet. Und auf die täglich immens viel „Normal“-Druck einstürzt. Ihr Ehemann ist ein grundgütiger Gatte, aber auch immer „irgendwie“ abwesend und mit „seinen Dingen“ beschäftigt, während sich Marlo (Charlize Theron) „mit dem Rest“ befassen und ihn bewältigen muss. Zum Beispiel mit den „Aufgeregtheiten“ ihres autistisch veranlagten Vorschüler-Sohnes Jonah und seiner achtjährigen Schwester Sarah. Ganz klar, Marlo befindet sich oft an der Erschöpfungsgrenze. Da kommt ein „Geschenk“ ihres Bruders gerade richtig, der ihr eine „Nacht-Nanny“ vermittelt. Nach anfänglicher Skepsis ist Marlo von Tully (MACKENZIE DAVIS/“Blade Runner 2049“) begeistert. Diese kümmert sich fortan um die nächtliche Baby-Betreuung, damit Marlo durchschlafen kann. Und nicht nur das: Tully wird bald schon zu einer guten wie „effektiven“ Freundin, deren Lebendigkeit und Frohsinn die Mutter immer mehr ansteckt. Und herausfordert.

Mehr darf nicht verraten werden. Bei diesem wunderbaren Tiefen-Blick um eine moderne „Mary Poppins“. Die nicht nur schreienden Nachwuchs zu beruhigen versteht, sondern sich auch mehr und mehr als unverzichtbarer Seelen- und Kopf-Guru für Marlo erweist. Was wiederum…

Die beiden Haupt-Frauen sind, spielen: brillant. Vertiefen sich plausibel in ihre Figuren, besitzen viel kommunikative Präsenz, sind reizvolle gegensätzliche Spannungspole. Deren intelligente Spuren man gerne folgt.

Ein listiger, schöner, einnehmender Menschen-Film. Über ein Familien-Ensemble, in dem die Aufgaben zwangsläufig eine Frau und Mutter überfordern müssen. Was aber als völlig normal abläuft, solange „Frau“ sich nicht „ihren Belastungen“ stellt und neue Positionen, sprich: plausible Veränderungen überdenkt. Anpeilt. Der Film „Tully“ ist mit vielen realistischen Verweisen ausgestattet. Atmosphärischen kitzligen Zutaten. Pfiffigem Power-Humor. Obgleich „Mann“ hier eine „Nebensache“ ist, darf man sich angesichts dieser hintergründigen, liebevoll schwarz-komischen Clever-Unterhaltung - über eine denkwürdige gesellschaftliche Frauen-Rolle-heute - auch als Mann mit viel Bekanntem süffisant durch-malochen.

„Tully“ ist eine prickelnde Kino-Muschel mit Perlen-Kult-Status.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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