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WM 2018: Südkorea vs. Deutschland (Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa)

Die deutsche Nationalmannschaft scheitert zum ersten Mal in der WM-Vorrunde - 0:2 gegen Südkorea

Aus und vorbei! Nach dem historischen WM-K.o. entschuldigte sich der «brutal frustrierte» und «geschockte» Joachim Löw bei den deutschen Fußball-Fans und schloss einen Rücktritt als Bundestrainer nicht aus. «Es ist zu früh für mich, die Frage zu beantworten, jetzt brauchen wir ein paar Stunden, um klarzusehen», bat der entthronte Weltmeister-Coach um Bedenkzeit. «Es ist für uns eine riesige Enttäuschung, wir müssen schauen, dass wir das jetzt annehmen», sagte Löw nach dem beschämenden 0:2 (0:0) gegen Südkorea und fügte an: «Ich bin geschockt!»

Orientierungslos irrte Löw nach dem Abpfiff über den Rasen der Arena in Kasan, offensichtlich konnte er den K.o. nicht fassen. «Gratulation an die Gegner, die uns besiegt haben, wir haben es auch nicht verdient, weiterzukommen», sagte Löw. Der Schlafwagen-Fußball gegen limitierte Südkoreaner wurde mit dem historische Vorrunden-Aus bei einem WM-Turnier bestraft. Ob die Turnier-Analyse mit Löw erfolgen wird, war zunächst völlig offen. «Da muss ich jetzt eine Nacht drüber schlafen, so kurz nach dem Spiel bin ich total frustiert und enttäuscht. Das hätte ich mir nicht vorstellen können.»

Youngg-won Kim (90.+2) und Hyeung-Min Son (90.+6) besiegelten die peinliche Niederlage mit ihren Treffern in der Nachspielzeit. Weil Schweden parallel gegen Mexiko mit 3:0 gewann, hätte nicht einmal eine Nullnummer gereicht. Das behäbig agierende Löw-Team fiel mit drei Punkten sogar noch hinter die Südkoreaner auf den letzten Platz der Gruppe F zurück. Schweden und Mexiko (je 6) sind im Achtelfinale.

«Ganz schwierig in Worte zu fassen. Wir haben bis zum Schluss dran geglaubt. Wir haben den Ball nicht ins Tor gebracht. Wir hatten genug Gelegenheiten. Das hat uns heute das Genick gebrochen», klagte Mats Hummels und zog ein knallhartes WM-Fazit: «Das letzte überzeugende Spiel war im Herbst 2017. Das ist ein ganz, ganz bitterer Abend.»

Vier Jahre nach dem Triumph von Rio ist nach nur zehn Turnier-Tagen das Unternehmen Titelverteidigung mit dem Tiefpunkt deutscher WM-Geschichte beendet. Schon am Donnerstag um 11.00 Uhr deutscher Zeit geht es von Moskau im Sonderflieger nach Frankfurt. In der Heimat wartet ab sofort die Debatte um die Zukunft von Weltmeistercoach Löw. «Wir sitzen alle in dem Verlierer-Boot. Grundsätzlich sind wir alle vom Weg von Joachim Löw überzeugt», sagte Müller. «Wir müssen das erstmal verarbeiten.»

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff rechnet nicht mit einem Rücktritt von Löw. «Es ist nicht der Zeitpunkt, Einzelanalysen zu machen. Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht», sagte er. Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel wollte nicht über gravierende Personal-Konsequenzen sprechen. «Wir haben vor der WM gesagt, wir trauen ihm das zu bis 2022. Das ist nach wie vor meine Meinung», sagte der DFB-Chef. Allerdings erwarte er eine intensive Aufarbeitung des unerwarteten Scheiterns. Löw ist seit 2006 Bundestrainer und hatte seinen Vertrag kurz vor der WM bis 2022 verlängert.

Wie 1958, 1978 und 1994 konnte Deutschland seinen WM-Titel nicht verteidigen. Die DFB-Elf ereilte zudem das gleiche Schicksal wie Italien 2010 und Spanien 2014, die ebenfalls als Champion nach drei Spielen raus waren. (dpa)


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