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Manga-Verfilmung über einen weiblichen Cyborg, der um seine Erinnerung und gegen das Böse kämpft

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Was hier mit umfangreicher Hilfe des Computers entwickelt wird, ist atemberaubend
4 Pönis: Richtig gut

Alita: Battle Angel

Genre: Action/Abenteuer/Science-Fiction/Comicverfilmung
Produktion: USA 2019
Laufzeit: 122 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Christoph Waltz, Rosa Salazar, Keean Johnson

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Kinostart:
14. Februar 2019

Pönis Filmkritik anhören:

Alita: Battle Angel

Zum Film:

Als Alita (Rosa Salazar) ohne jede Erinnerung daran, wer sie ist, in einer fremden Welt der Zukunft erwacht, wird sie von Ido (Christoph Waltz) aufgenommen. Der mitfühlende Arzt erkennt, dass sich hinter der leeren Cyborg-Hülle das Herz und die Seele einer jungen Frau mit einer außergewöhnlichen Vergangenheit verbergen.

Während Alita lernt, sich in ihrem neuen Leben und den gefährlichen Straßen von Iron City zurechtzufinden, versucht Ido sie vor ihrer geheimnisvollen Vergangenheit zu beschützen. Ganz im Gegensatz zu ihrem neuen gerissenen Freund Hugo (Keean Johnson), der ihr dabei helfen will, ihre Erinnerungen zu triggern. Aber erst als die todbringenden und korrupten Mächte, die die Stadt beherrschen, Alita ins Visier nehmen, erhält sie einen Hinweis auf ihre Vergangenheit: Sie verfügt über einzigartige Kampfkünste, die die Herrschenden um jeden Preis kontrollieren wollen. Wenn es ihr gelingt, sich von ihnen fernzuhalten, könnte sie der Schlüssel sein, um ihre Freunde, ihre Familie und die Welt, die ihr ans Herz gewachsen ist, zu retten... (20th Century Fox)

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Alita: Battle Angel (20th Century Fox)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) 1.) BATTLE ANGEL ALITA, auch GUNNM genannt = Waffen-Narr, ist eine Manga-Reihe des japanischen Comic-Zeichners YUKITO KISHIRO. Die Erstpublikation erschien 1991 in Japan. Die Geschichte wird dem Genre des "Cyberpunks" zugeordnet.

2.) Der kanadische Filmemacher JAMES CAMERON ("Avatar"; "Titanic") hatte seit 1998 wiederholt erklärt, am ALITA-Stoff als Real-Film interessiert zu sein. Durch die Arbeit an seinen nächsten Mammut-Produktionen "Avatar 2 und 3" aber, verzögerte sich eine Realisierung immer wieder. Schließlich überließ er die Fertigstellung dem 50-jährigen amerikanischen Filmemacher und engen Quentin-Tarantino-Kumpel ROBERT RODRIGUEZ, bekannt durch Action-Movies wie "Sin City" oder "Machete".

3.) Der amerikanische Film "Elysium" von 2013 bediente sich unübersehbar dem "Alita"-Szenario der gespaltenen dystopischen Welt von 2154 = aus einer irdischen Schrott-Stadt und einer utopischen Himmels-Plattform. Matt Damon spielt darin eine Figur, die der Alitas entspricht, jedoch dort Max Da Costa heißt.

4.) "Alita: Battle Angel": Wir schreiben das Jahr 2563. 300 Jahre nach dem "Großen Krieg" gegen die URM (= United Republic of Mars) sind die gesellschaftlichen Systeme zerfallen. "Oben" befindet sich die "saubere" Himmelsstadt Zalem, deren Bewohner den Müll einfach nach "Unten" fallen lassen. Auf die Stadt Iron City, die vor sich hin rostet. Hier findet der Arzt und Cyborg-Techniker Dr. Dyson Ido (der zweifache "Oscar"-Preisträger: CHRISTOPH WALTZ) eines Tages auf einer Müllhalde den noch "aktiven" Kopf eines zerstörten weiblichen Roboters. Zuhause flickt er "das Wesen", dessen Körper - bis auf den Kopf - aus Maschinenteilen besteht, zusammen und gibt seiner Schöpfung den Namen Alita (ROSA SALAZAR). Als sie erwacht, kann sie sich an nichts "Vorheriges" erinnern und macht sich auf, selbständig das Leben zu entdecken. Während Ido bemüht ist, so gut wie möglich - beschützend - eine Vater-Figur für Alita zu sein. Was sich als nicht ganz einfach erweist, denn die junge Maschinen-Frau ist naiv und voller Tatendrang. Lernt den jungen Hugo (KEEAN JOHNSON) kennen und findet über ihn Spaß am Motorball, einer "intensiven" Sportart, die viele Anhänger hat. Und dann begegnet sie "der Realität" in Gestalt finsterer Hunter Warrior, Kopfgeldjäger, die auf sie Jagd machen. Denn es stellt sich heraus, dass sie, dieses eigentlich doch unschuldige, liebe Wesen, ganz spezielle "Fähigkeiten" besitzt: Alita wurde einst als Waffe konzipiert. Als mächtige und eigentlich unschlagbare Kampfmaschine. Was sie beim Motorball schon mal "ausprobieren" kann. Doch auf ihren "Kopf" wurde gerade ein hohes Kopf-Geld ausgesetzt. Von Chiren, der Ex vom Alita-Doktor-Dad (JENNIFER CONNELLY/"Es war einmal in Amerika"), ebenso wie von ihrem knallharten, supercoolen Boss Vector (MAHERSHALA ALI/"Green Book"). Alita bildet offensichtlich für das System eine ernste Gefahr. Und soll unbedingt "ausgeschaltet" werden. Währenddessen bei ihr die Erinnerungen langsam hochkommen. Und sie - wahrhaftig - mehr und mehr in Aktion tritt. Um schließlich SEHR aktiv zu werden.

5.) Die Technik brilliert. Was hier mit umfangreicher Hilfe des Computers entwickelt wird, ist atemberaubend. Atmosphärisch ultra-faszinierend. Von mitreißender Choreographie. Kinematografisch: der Edel-Zirkus. Ebenso wie Alita zwischen "Mensch" - mit beeindruckenden großen Augen - und "Maschine" als großartiges visuelles Ereignis daherkommt: Sozusagen sowohl mit guter Seele als auch mit 3D-Schauer-Motiven fix-knallhart fightend. Als magische Androidin.

6.) Ansonsten sind die soliden Schauspieler Erfüllungsgehilfen der spektakulären Computer-Figuren. Bewegungen. "Handhabungen". Es fällt allerdings auf, dass der österreichische Intellektuellen-"Oscar"-Hero hier "gezähmt" wirkt. So als sei dies für ihn irgendwie ein Genre-Missverständnis. Als gehemmter Papa eines brillanten "Maschinen"-Girls. Namens ROSA SALAZAR. Was für eine Power-Entdeckung!

7.) "ALITA: BATTLE ANGEL" ist eine monumentale Unterhaltungswucht. Wir durften ihn in einer - visuell "Bauklötzer-staunenden" - 3D-Vorführung im IMAX-Kino bestaunen und bewundern: Das isses!

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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