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Tragikomödie über Autismus mit Vincent Cassel

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Ein beglückendes Kino-Erlebnis!
4 Pönis: Richtig gut

Alles außer gewöhnlich

Genre: Tragikomödie
Produktion: Frankreich 2019
Laufzeit: 114 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Eric Toledano und Olivier Nakache
Darsteller: Vincent Cassel, Reda Kateb, Hélène Vincent

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Kinostart:
05.12.2019

Pönis Filmkritik anhören:

Alles außer gewöhnlich

Zum Film:

Bruno und Malik beschäftigen sich mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben: Sie arbeiten als Erzieher und Lehrer mit stark autistischen Kindern und Teenagern, vor deren Krankheit Eltern und Ärzte resigniert haben. Ihre Methoden sind unkonventionell, aber erfolgreich.

Doch eines Tages will das zuständige Ministerium prüfen lassen, ob ihre Einrichtungen auch den Normen und Vorschriften entsprechen. In «Alles außer gewöhnlich» greift das Erfolgsduo Eric Toledano und Olivier Nakache («Ziemlich beste Freunde») mit Humor und Einfühlungsvermögen das Thema Autismus auf. In der Tragikomödie spielen Vincent Cassel und Reda Kateb die Hauptrollen. (dpa)

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Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Vor 8 Jahren hatten die französischen Regisseure ERIC TOLEDANO und OLIVIER NAKACHE einen Riesen-Erfolg mit ihrem Film „Ziemlich beste Freunde“. Für ihr neues Werk passt der deutsche Titel prächtig: „ALLES AUßER GEWÖHNLICH“. Im Mittelpunkt: Bruno und Malik. Zwei außergewöhnlich engagierte Pariser Sozialarbeiter. Die sich um DIE kümmern, die keiner mehr – aufnehmen – will: Junge autistische Menschen, mit denen niemand mehr klarkommt. Die, wenn es nach den Behörden geht, mit Tabletten vollgestopft und weggeschlossen werden sollten. Doch da machen Bruno und Malik nicht mit. Sie haben eine private Einrichtung gegründet, in denen sie Menschen mit schwieriger Behinderung aufnehmen, um sie individuell zu betreuen. Hinter ihnen steht ein Netzwerk, bestehend aus Ärzten, Pflegern und Eltern, die sich inzwischen voll auf die Beiden verlassen. Können. Doch nun will der Staat ihre Institution schließen. „Außerhalb der Norm“ heißt der Film original-übersetzt, und jetzt soll eben alles „normiert“, also in eine Art amtliche „Ordnung“ gebracht werden. Bruno und Malik bewegen sich fortan am Rande der Legalität. Denn ihre rund 40 Schützlinge wollen sie nicht ihrem Schicksal überlassen, ganz im Gegenteil.

Einmal mehr – erstaunlich. WIE die Franzosen ein solch „heikles Thema“ in einen formidablen, unterhaltsamen Spielfilm einzubinden verstehen. „Alles außer gewöhnlich“ ist kein Trocken-Streifen mit Doku-Schema, sondern ein überzeugender, also glaubhafter Spielfilm. Mit spannenden Charakteren und sehr viel Herzblut. An der Rampe bewegen sich die engagierten, einfühlsamen Profis VINCENT CASSEL und REDA KATEB, die ihren authentischen Ensemble-Schützlingen viel schauspielerische Atem-Luft überlassen.

Der auf Tatsachen basierende neue französische Spielfilm „Alles außer gewöhnlich“ ist stark beeindruckend, sehr warmherzig und als Plädoyer für Humanität und Menschlichkeit sehr-sehr nachhallend.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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