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Geschichte eines Nazi-Hochstaplers

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Pönis
Richtig gut

Der Hauptmann

Genre: Drama
Produktion: Deutschland/Frankreich/Polen 2017
Laufzeit: 119 Minuten
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Regie: Robert Schwentke
Darsteller: Max Hubacher, Milan Peschel, Frederick Lau

Filmseite: www.derhauptmann-film.de
Kinostart:
15. März 2018

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Zum Film:

«Der Hauptmann» von Robert Schwentke basiert auf der Geschichte von Willi Herold, der wegen seiner Kriegsverbrechen von den Alliierten zum Tode verurteilt wurde. Am Straßenrand findet der Gefreite im Film kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs eine Hauptmanns-Uniform.

Er probiert sie an - und gibt sich von diesem Zeitpunkt an als Offizier aus. Soldaten schließen sich ihm an, froh, endlich wieder Befehle ausführen zu dürfen. Die Gruppe gelangt in ein Gefangenenlager im Emsland - und verrichtet dort schlimme Kriegsverbrechen. (dpa)

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Der Hauptmann (Foto: Julia M. Müller/Weltkino Filmverleih/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Drehbuch-Autor und Regisseur ROBERT SCHWENKE, 1968 in Stuttgart geboren, begann 2005 mit dem Erfolgs-Thriller "Flightplan - Ohne jede Spur" (mit Jodie Foster) an einer Hollywood-Karriere zu basteln. Danach entstanden Streifen wie "Die Frau des Zeitreisenden" (2009) sowie der köstliche Senioren-Agenten-Quatsch "R.E.D. - Älter, Härter, Besser" (mit u.a. Bruce Willis & Helen Mirren). Zuletzt schuf er Teil zwei und drei des wenig überzeugenden (Jugendbuch-)Dreiteilers "Die Bestimmung" (2015/2016). Um "Der Hauptmann" zu realisieren, kam Schwentke nach 13 Jahren wieder nach Deutschland zurück. Entstanden ist ein unglaublich dichtes, monumentales Bild über faschistische Herrschaftsstrukturen: Ein Führer denkt und lenkt. Untertanen folgen. "Begeistert". Dabei höre ich noch die Alibi-Sprüche von damals: Das war der Führer und seine Clique. Wir, aus dem Volk, wussten von nichts. Robert Schwenkte erzählt ganz aus der völkischen Täter-Perspektive und vermittelt eine durch die Haut gehende Parabel des Grauens über den Nazi-Wahnsinn mit Krieg. Über seine Auswüchse. "Die Brücke" fällt einem in diesem Zusammenhang ein, dieses Meisterwerk von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1957, der die Schuld der verführten Unschuldigen beschrieb. Dabei erweist sich der heutige, auch ganz in Schwarz-Weiß (unter anderem in Görlitz) gedrehte Film als besonders ´rüberkommend: er ist ebenso tief-gemein zu empfinden wie spannend-"kriminell" unterhaltsam. Das gesamte Ensemble, darunter FREDERICK LAU, MILAN PESCHEL, WALDEMAR KOBUS, beeindruckt und stellt sich gleichrangig neben ihren "Anführer", den jungen grandiosen MAX HUBACHER als überzeugend-"lächerlicher" Hauptmann. Hubacher, 1993 in Bern geboren, wurde mit der Titelrolle des Schweizer Spielfilms "Der Verdingbub" von Markus Imboden 2011 bekannt und hochgelobt. Hier möchte man ihm ständig sein Schand-Maul, die vorlaute, widerwärtige, menschenverachtende, inhumane Angeber-Fresse polieren, so gut ist er, so "intensiv" tritt er in düstere Erscheinung.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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