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Die morbide Grusel-Familie und das eiskalte Händchen sind auf der Suche nach einer neuen, ungemütlichen Bleibe

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Dieses Leinwand-Treiben versendet sich im Nirwana des Belanglosen
2 Pönis: Mäßig

Die Addams Family

Genre: Komödie, Kinder/Familie, Animation
Produktion: USA 2019
Laufzeit: 88 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Conrad Vernon und Greg Tiernan

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Kinostart:
24. Oktober 2019

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Die Addams Family

Zum Film:

DIE ADDAMS FAMILY ist mit der allerersten animierten Komödie über den schrägen Clan zurück auf der Leinwand. Und du denkst, deine Familie ist seltsam?

Der neue Film der Regisseure Conrad Vernon (Shrek, Madagascar 3) und Greg Tiernan (Sausage Party) erzählt, wie Morticia und Gomez Addams ihr gruseliges Zuhause fanden. Und natürlich auch von den wahnwitzigen Herausforderungen, wie sie nur pubertierende Kinder wie Wednesday und Pugsley, heraufbeschwören können – insbesondere, weil sie eben ein bisschen anders sind als vermeintlich „normale“ Familien... (Universal Pictures)

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Foto: Die Addams Family (Universal Pictures)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Die Idee ist hübsch - die "saubere" amerikanische Familie "umgekehrt": abgefahren, exzentrisch, im wahrsten Sinne schrecklich-nett. Die Freude haben an allem, was dem "Normalbürger" grotesk, makaber und abartig erscheint. Ohne dass ihnen bewusst ist, dass andere Menschen sie als bizarr, beängstigend oder gefährlich empfinden (könnten). In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts tauchten die Cartoons des amerikanischen Zeichners Charles Addams in "The New Yorker" erstmals auf und erfreuten sich mehr und mehr großer Beliebtheit. The Addams Family, die in einer riesigen, verrotteten viktorianische Villa hausten, fanden durch ihren morbiden Humor viele Anhänger. Wo andere es gerne hell und sonnig mögen, stehen sie auf Dunkelheit und Gewitter. Ihre Nahrung entspricht Ekel-Faktor fünf, während sie ständig herumprobieren an "unanständigen Dingen" wie Sich-in-die Luft-Sprengen-Versuchen oder an genüsslich-komischen Quälereien. Die gar nicht wehtun. TV-Serien folgten in den Sechzigern und Siebzigern und liefen auch hier im Fernsehen. Unübertroffen: Eine abgetrennte Hand, "das eiskalte Händchen", im Original: "Thing T. Thing", sich ständig "kultig" auf Fingerspitzen trippelnd-bewegend.

Drei Real-Kinofilme kümmerten sich in den Neunzigern um diese extravagante Sippe: "Addams Family" (1991); "Die Addams Family in verrückter Tradition" (1993) sowie "Addams Family - Und die lieben Verwandten" (1998). Ihre jetzige Kino-Reanimation entstand durch das Regie-Duo Conrad Vernon & Greg Tiernan. Die sind dadurch auch bei uns kurz bekannt geworden, dass sie 2016 den Animationshumbug "Sausage Party - Es geht um die Wurst" verantworteten. Hier schufen sie völlig harmlose, emotional geradezu unverbindliche und atmosphärisch überschaubare Gruseleien mit viel zu geringem Spaß-Charme. Und einer Story mit Bierdeckel-Ausmaß. Nachdem die Addams Family aus ihrer Behausung von einem "anständigen Mob" vertrieben wurden, landen sie in einem für sie passenden düsteren Gemäuer auf einem Hügel, irgendwo bei New Jersey. Wo die pubertäre Tochter Wednesday Ausbruchsversuche startet, die natürlich - zunächst - nach hinten losgehen, und wo eine Immobilien-"Barbie" aus der rosaroten Plastik-Vorzeigesiedlung "unten" - genannt "Assimilation" - bemüht ist, sich ihre Behausung anzueignen. Von wegen Profit-Streben. Wieder werden die Addams mit den Aggressionen des Pöbels konfrontiert, doch dann der unmögliche Schwenk - alle haben sich plötzlich lieb. Und "Blondie" kann einpacken.

Mit dem ursprünglichen Anarchie-Addams-Geist und Frech-Charme hat dies wenig zu tun. Eine Trau-mich-nicht-Richtig-Stimmung haucht ständig mit. Slapstick-Nummern werden verramscht, die wenig Spaß am Anti-Verhalten der Addams verbreiten. Sondern grauslich langweilen. Dieses neue "Addams Family"-Movie ist weder Fisch noch Fleisch. Einerseits bemüht man sich um eine "anständige" Störung gegenüber der genormten Normalwelt, andererseits kommt dabei kaum wahre schräge = wirklich provokativ-süffisante Addams-Stimmung auf. Die FSK-Freigabe lautet: ab 6 Jahren.

Dieses neuerliche Leinwand-Treiben dieser speziellen Schauer-Nonsens-Familie versendet sich im Nirwana des Belanglosen.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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