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Julianne Moore tanzt und singt in «Gloria»

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Julianne Moore ist immer einen geballten, gebannten, wunderbaren Besuch im Kino wert...!
4 Pönis: Richtig gut

Gloria - Das Leben wartet nicht

Genre: Drama
Produktion: USA/Chile 2018
Laufzeit: 102 Minuten
FSK: o.A.
Regie: Sebastián Lelio
Darsteller: Julianne Moore, John Turturro, Michael Cera, Barbara Sukowa

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Kinostart:
22. August 2019

Pönis Filmkritik anhören:

Gloria - Das Leben wartet nicht

Zum Film:

Arbeiten, lachen, tanzen, singen, sich verlieben. Gloria (Julianne Moore) lebt das normale Leben einer alleinstehenden und zufriedenen 60-Jährigen, deren Kinder aus dem Haus sind. Die neue Beziehung mit Arnold (John Turturro) gelingt dagegen nur mäßig.

Jede einzelne Kameraeinstellung des Films «Gloria - Das Leben wartet nicht» dreht sich nur um Gloria. Es ist der präzise Blick auf den normalen Alltag einer normalen Frau - mit kleineren Ausschlägen noch oben und nach unten. Regisseur Sebastián Lelio hat den Stoff dabei bereits zum zweiten Mal verfilmt: 2013 hatte er ihn bereits spanischsprachig auf die Leinwände gebracht. Seine Hauptdarstellerin bekam dafür bei der Berlinale im gleichen Jahr den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin. (dpa)

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Gloria - Das Leben wartet nicht (Foto: -/SquareOne Entertainment/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Meine Kritik-Texte sind - natürlich - gnadenlos subjektiv. Und deshalb erlaube ich es mir auch, jeden Film mit IHR, der "Oscar"-Preisträgerin JULIANNE MOORE ("Still Alice - Mein Leben ohne Gestern"), Jahrgang 1960, aus North Carolina, definitiv GUT zu finden. Weil, ich SIE eben - ständig - GUT finde.

Und IHR gehört auch hier einmal mehr DIE BÜHNE. Aber - von Anfang an. Der Beginn ihres neuen Films geht zurück in die Zeit 2012/2013. Wo der chilenische Filmemacher SEBASTIÁN LELIO - in Co-Produktion Chile/Spanien - den Film "Gloria" drehte. Mit diesem in den Berlinale-Wettbewerb von 2013 eingeladen wurde, wo seine Titeldarstellerin, PAULINA GARCÍA, den "Silbernen Bären" als "Beste Hauptdarstellerin" zugesprochen bekam. Als der Film hierzulande Anfang August 2013 in die (Arthaus-)Kinos kam, wurde er viel zu wenig beachtet. Das soll und sollte sich jetzt (wenigstens) ändern, denn der chilenische Regisseur, der im Vorjahr für sein 2017er- Werk "Una Mujer Fantástica" - Eine fantastische Frau" den Auslands-"Oscar" gewann, durfte in den USA seinen "Gloria"-Film noch einmal drehen.

Mit eben, "dem Zugpferd": JULIANNE MOORE im Titelmodus. Gloria, in Los Angeles. Schon lange geschieden, die Kinder sind erwachsen und haben ihre eigenen Familien, ein Enkel. Der Bürojob okay, aber nicht das Lebensgelbe vom Ei. Julia, die Mitfünfzigerin, würde sich gerne mehr "gebraucht" fühlen. Jemanden um sich wissen, der mit ihr zum Beispiel ihre Tanz-Leidenschaft teilt. Bei einer dieser Ü-50-Discoabende lernt sie Arnold (JOHN TURTURRO) kennen. Aber natürlich begegnet man sich in diesem Alter nicht ohne seelische Wunden oder alten Narben. In seinem Falle: besteht immer noch eine Abhängigkeit von seinen lebensuntüchtigen erwachsenen Töchtern und seiner telefonisch penetrant in sein Leben eingreifende Ex-Frau. Doch weil er dies zulässt, "davon" nicht loskommt, zieht Julia die Reißleine. Emotional wie praktisch. Doch er "fordert" eine zweite Chance.

JULIANNE MOORE vermag Seele "zu spielen". Sie, die kürzlich beim Festival im tschechischen "Karlovy Vary" (im böhmischen Kurort Karlsbad) für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, füllt jede Szene und fasziniert. Mit kleinsten Gesten, Bewegungen, Anspannungen; außerordentlich einfühlsam. Mit ihrem Mut zur Tragik, bei ihrer sinnlichen Körperlichkeit, wenn sie tanzt. "Manchmal bin ich glücklich, manchmal nicht", und dann bewegt sie sich nach "ihrer" Gloria Gaynor-80er-Hymne "Never Can Say Goodbye" und natürlich zur Laura Brannigans "Gloria"-Version.

JULIANNE MOORE ist IMMER einen geballten, gebannten, wunderbaren Besuch im Kino Wert.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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