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Margot Robbie als Eiskunstläuferin Tonya Harding

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Pönis
Richtig gut

I, Tonya

Genre: Komödie
Produktion: USA 2017
Laufzeit: 119 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Craig Gillespie
Darsteller: Margot Robbie, Sebastian Stan, Allison Janney

Filmseite: dcmworld.com/portfolio/i-tonya
Kinostart:
22. März 2018

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Pönis Filmkritik zu «I, Tonya» anhören...

Zum Film:

Auch beinahe 25 Jahre nach einem Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan bleibt Tonya Harding eine faszinierende Frau und Figur. Das Bild der blonden Widersacherin aus einfachen Verhältnissen wird in dieser Filmsatire von Craig Gillespie ordentlich in Frage gestellt.

«I, Tonya» lässt in vielen pseudodokumentarischen Szenen Harding, ihre Mutter und ihren Freund zu Wort kommen. Der Humor ist flott, die Kostüme passend und die Schauspieler herausragend; klug stellt der Film die Frage danach, wie Wahrheit und Legende entstehen. Allison Janney hat für ihre Nebenrolle als Mutter LaVona Golden kürzlich den Oscar bekommen. (dpa)

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I, Tonya (Foto: DCM) (Foto: DCM/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Der Film kommt im Mockumentary-Stil daher. Besitzt dadurch äußerst unterhaltsamen, zynisch-ironischen Martin Scorsese-Charme ("Good Fellas"). Mit dieser spitzzüngigen, fantasiereichen subjektiven Häppchen-Sicht-Kommentierung. Das heißt: Die Handlung wird durch (vermeintliche, also in die Spielhandlung mit-eingebundene) "Interviews" mit den Beteiligten vorangetrieben, was natürlich zu ebenso köstlichen wie absurden wie informellen Situationsbeschreibungen, Selbstlügen und drastischen Schimpfkanonaden führt. Selten habe ich die "white trash", die weiße Unterschicht Amerikas, so ekelhaft-munter-drauf in einem US-Movie beschrieben erlebt. Diese Zick-Zack-Atmosphäre führt zu grandioser Exzentrik und pompösen komödiantischen Exzessen einschließlich eindrucksvoller individueller Exzentrik. "I, Tonya", der Film, lebt, rastet aus, ist ein prächtiger Unterhaltungs-Bastard.

Weil vor allem natürlich SIE auf dem doppelbödigen Eis elektrisierend-gut funktioniert: Die Mit-Produzentin und Hauptakteurin MARGOT ROBBIE, erst neben Leonardo DiCaprio in "Wolf of Wall Street" (2013) aufgefallen, dann als Jane Porter in "Legend of Tarzan" (2016) kraftvoll, gibt hier ihrer Gift-Königin bestes Affen-Futter. Präsentiert sich aufsehenerregend als mitleiderregende sympathische Fluch- und Foul-Furie mit furiosem, kokettem Gossen-Charme. Die "Oscar"-Nominierung in diesem Jahr war vollauf verdient.

Die Show-Beteiligten im Kurz-Status: Die immer = auch so bleibende widerwärtige, entsetzlich böse fluchende, abscheuliche Psycho-Mutter-Hexe-Diktatorin; eine schon früh vor allem auf Drill und Härte getrimmte Tonya-Kind-Jugendliche-Ehefrau-Läuferin. Ein, harmlos gesprochen, dümmlicher Gatte. Mit seinen brutalen Ausrastern. Dessen wahnhaft-bekloppter fettleibigen Kumpel Shawn Eckhardt (grandios-widerlich: PAUL WALTER HAUSER) im Hintergrund dann die Anschlagsfäden zieht. Währenddessen sich quotengeile TV- und Radio-Stationen aus aller Welt auf dieses "Futter für die Masse" stürzen und damit den "Qualitätsweg" für das Subgenre des fiebrigen Nonstop-Live-TV bereiteten, das ein halbes Jahr später in und mit O. J. Simpsons Auto-Flucht einen ersten frühen Tiefpunkt erleben wird. Schließlich die juristische Aufarbeitung.

Der australische Regisseur CRAIG GILLESPIE, hierzulande bekannt geworden durch sein empathisches Wohlfühl-Movie "Lars und die Frauen" (s. Kino-KRITIK), mischt dies glänzend auf zwischen heißem Drama mit kriminalistischem Touch und wunderbar-abscheulich-exzentrischer Figuren-Komödie. Zwischen kaputter Menschenwürde und scharfzüngigem gemeinem Humor. Das Kino hat einen Hit.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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