Hauptplakat-IWNNINY-640x906.jpg

Nach erfolgreichem Vorbild: Musical mit vielen Stars

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Eine nette Musikalität mit schlichter Story-Mühsal.
2 Pönis: Mäßig

Ich war noch niemals in New York

Genre: Musikfilm
Produktion: Deutschland 2019
Laufzeit: 129 Minuten
FSK: Freigegeben ab 0 Jahren
Regie: Philipp Stölz
Darsteller: Heike Makatsch, Katharina Thalbach, Uwe Ochsenknecht, Moritz Bleibtreu

Zur Filmseite... »
Kinostart:
17. Oktober 2019

Pönis Filmkritik anhören:

Ich war noch niemals in New York

Zum Film:

Heike Makatsch und Moritz Bleibtreu wandeln auf den Spuren des Udo-Jürgens-Musicals «Ich war noch niemals in New York». Gemeinsam mit Katharina Thalbach und Uwe Ochsenknecht singen, tanzen und spielen sie sich durch den gleichnamigen Kinofilm von Philipp Stölzl («Der Medicus»).

Die Geschichte dreht sich um Maria «Sternchen» Wartberg, die nach einem Sturz in ihrer kleinen Küche ihr Gedächtnis verloren hat - während im Radio das Lied «Ich war noch niemals in New York» von Udo Jürgens lief.

Im Krankenhaus kann sich die 66-Jährige nur noch an New York erinnern. Also nimmt sie Reißaus und steuert das nächste Kreuzfahrtschiff nach New York an. Ihre Tochter Lisa (Makatsch) will sie noch zurück an Land holen, doch das Schiff legt vorher ab. An Bord trifft «Sternchen» ihre alte Jugendliebe (Ochsenknecht). Lisa stößt immer wieder auf den spießigen Witwer Axel (Bleibtreu) und seinen Sohn. (dpa)

NY-008752-640x427.jpg

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Der Auftakt ist Murks. Mit einer hysterischen TV-Moderatorin-Zicke Lisa (HEIKE MAKATSCH), ihrem schwulen Maskenbildner Fred (MICHAEL OSTROWSKI) und allerlei banalem Firlefanz zum Gähnen. Dann trifft man sich auf besagtem Liner, wo sich auch Lisas angeblich demente Mutter (KATHARINA THALBACH) eingeschlichen, besser: raufgeschlichen hat. Geflohen aus dem Krankenhaus. Nicht fragen, weiter. Dort, auf weiterhin besagtem Schiff, befindet sich ein ständig besoffener Kapitän (STEFAN KURT) sowie das für spätere Paarungen notwendige weitere Personal. Lisa und Schmink-Boy werden als blinde Passagiere zum Putzen verdonnert und begegnen dort einem Depri-Naturwissenschaftler-Papa (MORITZ BLEIBTREU) mit schlauem Sohn (witzig: MARLON SCHRAMM) sowie dem schwulen Bordzauberer Costa (PASQUALE ALEARDI) sowie den Eintänzer-Profis und alternde Gigolos Otto (UWE OCHSENKNECHT) und seinem über-braungebrannten Kollegen-Schleimer James (MAT SCHUH). Jetzt geht es darum 1.) irgendwann zu merken, wer der richtige Partner ist und 2.) zwischendurch immer mal wieder die Udo Jürgen-Ohrwürmer bewegungsintensiv zu trällern. Angemessen zu platzieren. Dabei wird es schon kritisch, denn so manche der Beteiligten erreichen mit ihren Stimmen an Höhen-Grenzen (Bleibtreu; Thalbach; Ochsenknecht). Allerdings vermag der einmal mehr wunderbare Clown KATHARINA THALBACH dies mit ihrem urigen körpersprachlichen Temperament einer fulminanten Volksschauspielerin lässig auszubügeln. SIE ist die wahre Pointe auf diesem Traumschiff. Während Heike Makatsch sich bisweilen so bewegt, als hätte sie ihre "Hilde" (Knef), vom 2009er-Film, immer noch nicht abgelegt.

Alles ist bunt, kirre, poppig angelegt. Mit viel behaupteter Selbstironie. Und wenn dann beim Schmusekurs nach rund 90 Minuten eigentlich alles durcherzählt und abgesungen ist, wird trotzdem weiter schmonzettet. Werden neue Probleme angefügt, damit die Chose ja noch weiterlaufen kann. Obwohl man sich jetzt verabschieden könnte. Es reicht. Eigentlich. Ab da wird "Ich war noch niemals in New York" zur peinlichen Qual. Trotz des verbleibenden Singsangs mit den Jürgens-Hits: Ein Ende wird herbeigesehnt.

Philipp Stölzl. Hat "Nordwand" 2008 verbockt (s. Kino-KRITIK); war 2010 mit "Goethe!" unentschieden auf Tuchfühlung; setzte im Heimkino 2012 "Die Logan Verschwörung" in spannende Bewegung (s. Heimkino-KRITIK) und war 2013 mit "Der Medicus" (s. Kino-KRITIK) mittelprächtig unterwegs. Jetzt also Lustichkeit aus dem heimischen Studio Babelsberg. Nicht doll. Mehr merkbar verkrampft-ambitioniert denn als fantastischer Spaß-Knüller. Mehr banale Schnulzen-Klamotte denn "Abba"-Feuer auf dem - immerhin doch - UDO JÜRGENS-Dampfer. "Ich war noch niemals in New York" oder: Eine nette Musikalität mit schlichter Story-Mühsal.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

Hauptplakat-IWNNINY-640x906.jpg