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Von Hunden und Menschen: Animationsabenteuer von Wes Anderson...

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Engagierte Betroffenheit, viel zu wirkungslos in der kühl-emotionalen Unterhaltungs-Vermittlung!
3 Pönis: Geht so

Isle of Dogs - Ataris Reise

Genre: Animation
Produktion: USA/Deutschland 2018
Laufzeit: 102 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Wes Anderson
Original-Stimmen: Bill Murray, Edward Norton, Bryan Cranston, Scarlett Johansson, Liev Schreiber

Filmseite: www.fox.de/isle-of-dogs
Kinostart:
10. Mai 2018

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Isle of Dogs

Zum Film:

Im Japan der Zukunft ist die Hundepopulation zu groß geworden. Ein Großteil der Vierbeiner leidet an der auch für Menschen gefährlichen Hundegrippe, die die Regierung zum Handeln zwingt. Diese verordnet, sämtliche Hunde auf eine abgelegene Insel namens Trash Island zu deportieren - eigentlich eine Mülldeponie.

Hier werden die Streuner ihrem Schicksal überlassen und kämpfen sich Tag für Tag durch Essensreste und Abfall, bis eines Tages ein kleiner Junge namens Atari auftaucht. Eine kleine Hunde-Gruppe nimmt sich seiner an. Boss, Chief, Duke, King und Rex erfahren von Ataris Plan: Er ist der Pflegesohn des Bürgermeisters und auf der Suche nach seinem Leibhund Spots.

Möglicherweise könnte Atari seinen Vater ja dazu bringen, die Hunde wieder auf dem Festland zuzulassen, wo Wissenschaftler längst ein Serum gegen die Hundegrippe entwickelt haben. «Isle of Dogs» ist das neue Animationsabenteuer von Regisseur Wes Anderson. (dpa)

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Isle of Dogs - Ataris Reise (Foto: -/Twentieth Century Fox/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Kein süßer Stoff, sondern eine detailreiche wie streng und vielschichtig arrangierte Fabel-Reise um die ewige Konfrontation zwischen bösen Mächtigen und Volksvertretern, die sich nicht mehr weiter verheizen lassen wollen. Dazu: Diese halluzinatorischen Taiko-Trommler, deren „Pop“ für diese eigenwillige Exoten-Stimmung sorgt und vehement gegen das Establishment lärmt; Zitate-zuhauf als Hymne auf alles Japanische wie etwa Akira Kurosawas Samurais, die Monsterfilme eines Ishiro Honda, die Anime-Stoffe von Hayao Miyazaki, die Familien-Dramen eines Yasujiro Ozu; oder: Kirschblüten, Sushi oder die Holzdrucke von Hokusai. Der visuelle Einfallsreichtum ist enorm, aber auch in dieser optischen wie gedanklichen Überbordenheit sperrig. Zugänglich. Der verschrobene Humor wirkt eher begrenzt denn nah. Die Verfremdungen machen zwar den politischen Rebellions-Konflikt verständlich, aber auch beliebig. Die emotionale Anteilnahme in und bei solch bedeutsamen Themen wie Hass, Dämonisierung und Ausgrenzung versendet sich. Leider.

Der neue Wes Anderson-Streifen ist atmosphärischer Kopf-Beton, denkt mit viel engagierter Betroffenheit, bleibt aber dabei viel zu wirkungslos in der kühl-emotionalen Unterhaltungs-Vermittlung

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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