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Das Kinderbuch jetzt als Film mit deutscher Starbesetzung

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Pönis
Geht so

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

Genre: Familienfilm
Produktion: Deutschland 2018
Laufzeit: 110 Minuten
FSK: Freigegeben ab 0 Jahren
Regie: Dennis Gansel
Darsteller: Henning Baum, Solomon Gordon, Annette Frier, Christoph Maria Herbst

Filmseite: www.warnerbros.de/kino/jim_knopf_und_lukas_der_lokomotivfuehrer
Kinostart:
29. März 2018

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Zum Film:

Als der Postbote eines Tages ein großes Paket an ihr Festland bringt, trauen die Bewohner der Insel Lummerland ihren Augen nicht: In Windeln gehüllt liegt darin ein kleiner dunkelhäutiger Junge, der sie alle mit großen Augen anstrahlt.

Die gutmütige Lebensmittelverkäuferin Frau Waas (Annette Frier) tauft ihn kurzerhand Jim (Solomon Gordon) und nimmt ihn unter ihre Fittiche. Auch mit dem Rest der Inselbewohner schließt er bald Freundschaft - besonders im Lokomotivführer Lukas (Henning Baum) hat er einen Zuhörer gefunden, der ihm außerdem die Faszination für Lokomotiven näherbringt. Doch je älter Jim wird, desto mehr sehnt er sich nach der Antwort auf die Frage, wo er eigentlich herkommt. Verfilmung des Kinderbuchklassikers. (dpa)

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Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (Foto: Ilze Kitshoff/Warner Bros. Enter)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Für mich verbindet sich mit dem Michael Ende-Thema die schwarz-weißen TV-Aufführungen durch die "Augsburger Puppenkiste" Anfang der 1960er Jahre sowie die farblichen Neuverfilmungen von 1976/1977. Gansel und seine drei Drehbuch-Autoren, darunter Andrew Birkin ("Das Parfüm"), sowie sein kreativer Co-Produzent im Hintergrund, Michael "Bully" Herbig, halten sich eng an die originale wie alterslose Vorlage. Auf der winzigen Insel Lummerland leben nur vier Menschen: Regent Alfons dem Viertel-vor-Zwölften (UWE OCHSENKNECHT); sein treuer und mit dem König stets kooperierender Untertan Herr Ärmel (CHRISTOPH MARIA HERBST) ; Frau Waas (ANNETTE FRIER), die einen Kaufladen führt, sowie natürlich Lokomotivführer Lukas (HENNING BAUM), der mit seiner Lok Emma für den korrekten Eisenbahnverkehr sorgt und mit seiner ständig "anwesenden" Pfeife für gutmütigen Dampf sorgt. Eines Tages aber kommt personeller neuer Schwung auf das Eiland: im Paket, das der Postbote bringt, liegt ein schwarzes Baby. Um das sich fortan Frau Waas herzhaft kümmert, während Lukas den Jungen JIM tauft. "Weil er genauso aussieht". Jim (SOLOMON GORDON) wird -liebevoll aufgezogen - älter, was den König auf den Plan ruft. Der sorgt sich. Wenn Jim eines Tages "reif" ist und eine Gattin wählt, dann wird es - nach Ansicht von Majestät - "überbevölkert" auf dem Insel-Winzling. Also soll der Bahnbetrieb eingestellt und "Emma" verschrottet werden. Lukas ist entsetzt und beschließt, Lummerland heimlich mit Emma zu verlassen. Natürlich schließt sich Lukas den Beiden an. Die eigentliche Phantasie-Geschichte beziehungsweise: der Abenteuer-Film kann starten.

Mit dem eigentlich wichtigen Geschehen, an vielen exotischen Orten und mit kuriosen Beteiligten. Sprich: der urigen Riesenwelle; dem Land der tausend Vulkane; Winzling Ping Pong ("Käse? Ist das nicht verschimmelte Milch?"); dem Halbdrachen Nepomuk (Stimme: "Bully" Herbig), dessen Mama bekanntlich ein Nilpferd war; dem Scheinriesen Tur Tur (köstlich: MILAN PESCHEL) sowie: der dämonischen Frau Drachin Mahlzahn (Originalstimme: Shirley MacLaine; deutsch, ebenso ironisch-prächtig: Judy Winter). Denn die hat ja gerade Prinzessin Li Si aus dem Kaiserreich Mandalain in ihrem Besitz, und Jim, Lukas & Emma machen sich natürlich daran, sie zu befreien. Weitere Details: Zum Selber-Sehen vorgesehen.

Allerdings: der Film besitzt - schade - zwei unterschiedliche Seiten. Erstens, Schwachstelle: Das menschliche Personal; es ist eher distanziert, also langatmig in Bewegung unterwegs und konturenlos zu identifizieren: der wie ein gemütlicher Bud Spencer aussehende gebürtige Essener Henning Baum-Lukas (bekannt aus der TV-Serie "Der letzte Bulle") wirkt etwas zu stocksteif, und auch der junge dunkelhäutige Solomon Gordon-Jim ist viel zu nur-freundlich und naiv-lieb anstatt mehr kecker und rebellischer. Und auch Herrn Ärmel in der dramaturgischen Wiederholungs-Stillstandsschleife zu erleben, ist wenig einfallsreich. Doch dann, zweitens, wenn die Positionen klar sind und die Show bunte Fahrt aufnimmt, wird visuell fantastisch-phantasiereich geklotzt. Die Optik ist der Film. Was sich das Team hierfür an Spiel, Spaß und Tricks und Bilder-Motiven, auf dem Wasser, aus der Wüste, hat einfallen lassen, ist gelungen und füttert gehörig die Sinne.

Fazit: Diese "Jim Knopf"-Verfilmung becirct mehr den Bauch und nicht gleichrangig den Kopf.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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