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Fortsetzung des Disney-Musicals von 1964 mit Emily Blunt in der Titelrolle

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Was für eine Schande von einem dummen, langweiligen"Mary Poppins"-Film
1 Pöni: Jämmerlich

Mary Poppins' Rückkehr

Genre: Fantasy/Musical
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 131 Minuten
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Regie: Rob Marshall
Darsteller: Emily Blunt, Ben Whishaw und Meryl Streep

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Kinostart:
20. Dezember 2018

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Mary Poppin's Rückkehr

Zum Film:

London in den 1930er Jahren, mitten in der Wirtschaftskrise: Michael Banks (Ben Whishaw) ist inzwischen erwachsen geworden und arbeitet für die Bank, bei der auch schon sein Vater angestellt war. Er lebt noch immer in der Cherry Tree Lane 17 mit seinen mittlerweile drei Kindern – Annabel (Pixie Davies), Georgie (Joel Dawson) und John (Nathanael Saleh) und der Haushälterin Ellen (Julie Walters).

Seine Schwester Jane Banks (Emily Mortimer) tritt in die Fußstapfen ihrer Mutter und setzt sich für die Rechte der Arbeiter ein. Zusätzlich hilft sie Michaels Familie wo sie kann. Als sie einen persönlichen Verlust erleiden, tritt Mary Poppins (Emily Blunt) auf magische Weise wieder in das Leben der Familie Banks und mit Hilfe ihres Freundes Jack (Lin-Manuel Miranda) kann sie die Freude und das Staunen zurück in ihr Zuhause bringen. (Walt Disney Studios)

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Foto: Mary Poppins' Rückkehr (Walt Disney Studios)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) nein. Die Antwort lautet: NEIN! Die nach 53 Jahren erfolgte Fortsetzung des mit 5 "Oscars" einst bedachten Musical-Klassikers "Mary Poppins" - Kino-Start: 22.10.1965 - ist vollkommen misslungen. Durch die Verlagerung der Geschichte von 1910 im Original ins jetzt depressive Londoner Wirtschaftskrisen-Jahr 1934 wird und wirkt das Märchen viel zu "angespannt". Der angepeilte Locker-Spaß vermag sich nie überzeugend durchzusetzen. Keine Magie vorhanden. "Mary Poppins 2" ist alles andere als ein Wohlfühlfilm.

Der Witwer und Bankangestellte Michael Banks (BEN WISHAW) trauert. Seine geliebte Ehefrau ist gestorben, der Verlust groß. Gemeinsam mit den Kindern Annabel, Georgie und John und der gutmütigen Haushälterin Ellen (weit unter ihren Möglichkeiten: JULIE WALTERS) wohnt man im ererbten Haus, auf das allerdings sein Bank-Chef, der gierige William Weatherhall Wilkins (weit unter seinen Möglichkeiten: COLIN FIRTH), "scharf" ist. Weil Michael momentan mit den Kreditraten im Rückstand ist und sich das Zertifikat mit dem Eigentumsrecht nicht finden lässt, ist Michals Unruhe immens. Aber auch: Michael gibt überhaupt ein jammervolles Bild ab, ist ebenso ein "nervöser" Schussel wie ein Jammerlappen, dem zwar seine optimistische Schwester Jane (EMILY MORTIMER: als fürchterlich übertriebener Glückslächelmensch) zur Seite steht, ihn aber auch nicht so recht in seinem labilen Gemüt aufzumuntern vermag. BEN WISHAW als jünglicher Dreifach-Daddy ist ein Fehlgriff, dessen "Bubi"-Ausstrahlung sich als ebenso (= zum dritten Male) jammervoll erweist von wegen: wie er seine traurige Figur auch nur lau interpretiert. Sein - deutscher - Gesang bleibt gewöhnungsbedürftig. Überhaupt: Der neue Soundtrack ist nur mäßig. Kein Song bleibt hängen.

Der amerikanische Spielleiter ROB MARSCHALL, immerhin auch Choreograf ("Oscar"-Nominierung für "Chicago"/2003; "Pirates of the Carribbean - Fremde Gezeiten"/2011; "Into the Woods"/2014), vermag nie dieses britische Märchen mit britischem Charme, pointiertem britischem Augenzwinkern und mit träumerischen Zauber-Emotionen zu füllen. Im Gegenteil, sein Humor ist nur aufgesetzt. Mal spricht das Märchen, mal wird wässrige Kritik an den schlimmen wirtschaftlichen Verhältnissen (durch Proteste der ewig lächelnden Schwester Jane) laut, mal mixt sich betuliche Kapitalismus-Kritik ein. Spielerisch: Nichts ganzes, nichts halbes. Nicht mal ein Viertel. Schon mal ungemütlich notiert: "Mary Poppins Returns" hat es nicht bedurft.

Aber zurück: In solchen Zeiten fliegt also Mary Poppins an einem ziemlich ausgemergelten alten Basteldrachen heran, mit ihrem sprechenden Schirm und ihrer bodenlosen magischen Doktoren-Tasche im Schlepptau. Tut das, was man erwartet, vermag also die häusliche Stimmung ein bisschen aufzupeppen. Man jubiliert, tanzt, singt aber wenig inspirierende und keineswegs ohrwurmhafte Lieder. Gemeinsam mit dem radelnden Grinsemops, also Laternenanzünder Jack (völlig stocksteif-gekünstelt: LIN-MANUEL MIRANDA), dessen - deutscher - Gesang ebenfalls viel zu wünschen übrig lässt. So zieht sich die absehbare Show - bis auf einige kurze tänzerische Glanzmomente im trickigen Badewannen-Fantasy-Land - wenig erbaulich dahin.

Denn, das Desaster: Die Titelheldin wird nur unzulänglich dargeboten von der geschätzten britischen Schauspielerin EMILY BLUNT ("Der Teufel trägt Prada"; "Into the Woods"; "Sicario"). Ihr Charme wirkt aufgesetzt, trägt mehr arrogante denn zauberhaft-spielerische Züge. Ihre tänzerische Artistik ist ebenso "mitteilungslos" wie ihr - deutscher - Gesang wenig überzeugend. Ihr Auftritt: Ach herrje. Die Rampe bebt nicht, sondern gähnt.

Das Lächerliche. Hätte ich nie geglaubt, einmal MERYL STREEP als "überflüsssig" zu benennen. Gar peinlich. Hier ist sie es aber. Taucht irgendwann mal irgendwie auf, trällert etwas und Abgang. Dafür kann aber der berühmte Name mit aufs Plakat. Ebenso wie der von ANGELA LANSBURY (TV: "Mord ist ihr Hobby"), die als Luftballon-Lady kurz mit-winkt. Auch der im Original einst so prächtig neben Julie Andrews auftrumpfende DICK VAN DYKE darf hier kurz mal sein altes Gesicht ´reinhalten, ebenso wie der reanimierte DAVID WARNER als plumper Oldie-Admiral mit seinem Dauer-Böller-Blöd-Gag. Und dass ein COLIN FIRTH nicht so recht weiß, was er hier überhaupt soll/macht, das deutete ich ja schon an. Schande über alle(s).!

Genau: Was für eine Schande von einem dummen, langweiligen"Mary Poppins"-Film.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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