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Regisseur und Oscar-Preisträger Peter Jackson präsentiert eine ebenso faszinierende wie erschreckende Zukunft

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Es winken und lassen grüßen: «Der Herr der Ringe» und «Der Hobbit»
3 Pönis: Geht so

Mortal Engines: Krieg der Städte

Genre: Action/Fantasy
Produktion: Neuseeland 2018
Laufzeit: 128 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Christian Rivers
Darsteller: Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving

Zur Filmseite: upig.de/micro/mortal-engines
Kinostart:
13. Dezember 2018

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Mortal Engines: Krieg der Städte

Zum Film:

Mit den Trilogien zu «Der Herr der Ringe» und «Der Hobbit» feierte Peter Jackson als Regisseur selbst enorme Erfolge. Für «Mortal Engines: Krieg der Städte» schrieb er nun das Drehbuch mit und engagierte sich auch als einer der Produzenten.

Die Regie überließ er Christian Rivers, der hiermit sein Spielfilmdebüt vorlegt. «Mortal Engines» spielt in einer düsteren Zukunft, als die Erde schon seit langer Zeit verwüstet ist. Die überlebenden Menschen haben sich der neuen Umgebung längst angepasst - es gibt gigantische Metropolen auf Rädern, die die kleineren Städte gnadenlos verschlingen. Dann treffen zwei höchst gegensätzliche Menschen aufeinander, die eine überraschende Allianz schmieden... (dpa)

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Kinostart «Mortal Engines: Krieg der Städte» (Foto: -/Universal Pictures/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Hunderte von Jahre, nachdem die Zivilisation in Folge einer Katastrophe - auch bekannt als Sechzig-Minuten-Krieg - zerstört worden ist, hat die Menschheit sich angepasst. Eine neue Art zu leben ist entstanden. Die im Grunde "die alten Zeiten" kopiert, Stichwort: Der Stärkere schluckt unbarmherzig den Schwächeren, denn: Jetzt durchstreifen gigantische bewegliche Städte die Erde und berauben dabei gnadenlos kleinere aus, um sich deren Ressourcen, also Rohstoffe zu bemächtigen. Unser junger unscheinbarer Held heißt Tom Natsworthy (ROBERT SHEENAN). Als er in London auf die geheimnisvolle narbengesichtige Hester Shaw (HERA HILMAR) trifft, prallen zwei Gegensätze aufeinander. Hier der unsichere Boy, dort der kämpferische weibliche Outlaw. Die den skrupellosen Anführer der Stadt, Thaddeus Valentine (HUGO WEAVING), umbringen will, weil er einst ihre Mutter umgebracht hat. Tom greift ein und kann dies gerade noch verhindern. Sie ist natürlich sauer übe sein Handeln. Dennoch sind sie fortan "ein Paar", bilden Tom & Hester bald schon eine Allianz , die den Fortbestand der Menschheit maßgeblich beeinflussen soll.

Wie gesagt - über eine Stunde lang perlen die wahnsinnig beeindruckenden IMAX-Bilder. Pressen dich in den Sessel hinein. Dann "säuft" der Film ab. In eine gewöhnliche ausufernde kriegerische Materialschlacht. Mit Anspielungen und Zitaten aus vielen populären Klassikern. Es winken und lassen grüßen: "Der Herr der Ringe" sowie "Der Hobbit", natürlich, wie auch Mad Max / "Killerroboter" = Frankenstein / Terminator / Die unendliche Geschichte (die zwei skurrilen Figuren in der Raupe) und auch Ronja Räubertochter (= Hester ist definitiv eine Ronja-Rebellin) und - ganz klar und deutlich: Dieser erste "Mortal Engines"-Streich fühlt sich sich weit mehr nach STAR WARS an als es zuletzt bei "Star Wars" selbst der Kriegs-Fall war.

Figuren-Deutungen sind zig-fach annonciert. Weil es 2018 kein neues Star Wars-Movie gibt, tritt nun "Mortal Engines" in die Fußstapfen. Und macht seine Sache weit über 60 Minuten prima, bis es dann nur noch kracht, zischt, kriegerisch-bekannt deftig zugeht. Knallt. Explodiert. Mit markigen Sprüchen und üblichem Helden-Getue. Die Spezialeffekte dampfen. Brüllen aus allen Kanälen. Während die Musik ununterbrochen großspurig wummert. Zu diesem dann nur noch überangeberischen Gut-Böse-Video-Spiel auf der Großbildleinwand. Mit zu viel des lange Zeit nur guten Krachs. Dennoch immer noch interessant bleibend, weil für die Lautstärken hier vorwiegend (endlich und fast komplett) starke Frauen verantwortlich sind, die mit Kampfansagen zünden. Während die Kerle mehr "schwächeln". (Oder soll ich sagen: winseln?).

"Me Too" & Rampen-Folgen kommen immer besser in Schwung. Auch jetzt bei diesem Blockbuster-Mainstream-Epos, das insgesamt aufhorchen lässt.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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