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Psychothriller von Roman Polanski um eine schüchterne Autorin, die auf eine obsessive Verehrerin trifft

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Gekünstelter, spannungsloser Murks!
1 Pöni: Jämmerlich

Nach einer wahren Geschichte

Genre: Thriller
Produktion: Frankreich/Polen/Belgien 2017
Laufzeit: 101 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Emmanuelle Seigner, Eva Green, Vincent Perez

Filmseite: www.studiocanal.de/kino/nach_einer_wahren_geschichte
Kinostart:
17. Mai 2018

Pönis Filmkritik anhören:

Nach einer wahren Geschichte

Zum Film:

Seit ihr sehr persönlicher Roman über ihre Mutter zu einem Bestseller wurde, leidet die Pariser Autorin Delphine (Emmanuelle Seigner) an einer Schreibblockade. Die endlosen Lesetouren, Signierstunden und vereinzelte Drohbriefe setzen ihr zu.

Doch als sie die attraktive Elle (Eva Green) trifft, ändert sich das. Schnell fasst Delphine Vertrauen zu der geheimnisvollen Frau, die als Ghostwriter ihr Geld verdient. Selbstlos übernimmt Elle immer mehr Aufgaben für Delphine, beantwortet Mails und zieht sogar bei ihr ein. Als Delphine schließlich feststellt, dass ihr die Kontrolle entgleitet, muss sie sich fragen: Wer ist Elle wirklich? Will sie Delphines Leere füllen oder stiehlt sie ihr das Leben?... (Studiocanal)

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Nach einer wahren Geschichte (Foto: Carole Bethuel/Studiocanal GmbH)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Schade, denn mit diesem Alterswerk ramponiert der (zur Drehzeit) 83jährige "Oscar"-Preisträger ROMAN POLANSKI seinen guten Film-Ruf. Denn die Geschichte ist banal, wirkt kraftlos und bieder. Zwei Frauen. Die erfolgreiche, aber erschöpfte - und offensichtlich auch naive - Schriftstellerin Delphine (Polanskis Ehefrau EMMANUELE SEIGNER, mit der er zum fünften Film-Male zusammenarbeitet), die zudem an einer Schreibblockade leidet, und "ihr Fan", eine Auftragsschreiberin namens Elle (EVA GREEN). Selbige such den Kontakt zur "geschwächten" Autorin, schafft es, sich in ihr Vertrauen einzuschmeicheln und schließlich sogar in ihre Wohnung und Intimsphäre einzuschleimen, um dort sozusagen "das Regiment" zu übernehmen. Was Delphines Lebenspartner Francois (VINCENT PEREZ) nicht mitbekommt, weil er sich für längere Zeit in den USA aufhält und sie ihm "dies" vorenthält. Die vorhersehbare Chose entwickelt sich wie gehabt: Irgendwann verliert Delphine ihre Identität; aus Elle, der "guten, besorgten" Freundin, wird eine bedrohliche, rabiate Konkurrentin.

Langweilige Posen inmitten einer ebensolchen Posse; weder listiger Thriller-Fisch noch reizvolles Drama-Fleisch, sondern gekünstelter, spannungsloser Murks, der sich in gediegener Behäbigkeit und emotionaler Gleichgültigkeit verliert.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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