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Steven Spielbergs neues Spektakel...

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Pönis
Mäßig

Ready Player One

Genre: Science-Fiction
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 140 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Tye Sheridan, Olivia Cooke, Mark Rylance, Ben Mendelsohn

Filmseite: www.warnerbros.de/kino/ready_player_one
Kinostart:
5. April 2018

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Zum Film:

Mit dem Science-Fiction-Spektakel «Ready Player One» kehrt Regisseur Steven Spielberg («Die Verlegerin») zum Popcorn-Kino zurück. In einer düsteren Zukunft flüchten sich die Menschen in eine virtuelle Realität namens Oasis.

Deren Schöpfer James Halliday ruft vor seinem Tod eine Schatzsuche aus. Wer gewinnt, erbt die Oasis und Hallidays gigantisches Vermögen. Dafür ist aber umfangreiches Wissen über die Popkultur der 80er Jahre nötig. Neben den Jugendlichen Wade und Samantha will der skrupellose Konzernboss Sorrento mit allen Mitteln gewinnen.

Die Jungstars Tye Sheridan («X-Men: Apocalypse») und Olivia Cooke («Ouija») spielen die Hauptrollen in der visuell überwältigenden Romanverfilmung, die Kinoklassiker, Videospiele und Musik der 80er zelebriert. Ben Mendelsohn («Rogue One») glänzt als Schurke Sorrento, Oscargewinner Mark Rylance («Bridge of Spies») als sympathischer Nerd Halliday. (dpa)

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Ready Player One (Foto: -/Warner Bros GmbH/dpa) (Foto: -/Warner Bros GmbH/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Die überlange Handlung von weit über zwei Stunden wird oft zerquatscht bis zum Geht-Nicht-Mehr; bedient dabei bisweilen routiniert-kompetent eine bekannte Abenteuer- und Action-Dramaturgie; lässt es dampfen mit viel buntem Feuerwerk und brüllendem Hokuspokus-Brimborium. Dabei schlingert der Film zumeist in der parallelen, also virtuellen Welt, gehört also meistens in den Genre-Bereich des dann auch nicht gerade aus dem Sessel reißenden Animationsfilms. Die Haupt-Kritik am sonst auch politisch denkenden Steven Spielberg (noch in den Kinos: „Die Verlegerin“) lautet: Wieso streift er nur das reizvolle Ausgangsthema, in einer dystopischen Drecks-Zivilisation benötigen Menschen Augen- & Sinnes-Geräte, um halbwegs leben, überleben zu können? Wieso inszeniert er einen Science Fiction-Kindergeburtstags-Trubel mit Kleingebell-Charme und – zugegebenermaßen – mitunter köstlichen Zitaten und Anspielungen aus den originellen Hollywood-Achtzigern? Wieso interessiert es ihn überhaupt nicht, warum eigentlich diese Demnächst-USA-Welt so dermaßen verkommen ist? Woher dieses reale Elend stammt, diese tatsächliche erbarmungslose Armut? Wo eben Spaß-Motive aus den Achtzigern zum Betäubungsmaterial mutieren? Im Buch liest sich dies ganz anders, nämlich ehrlicher realo-fictioniert.

„Ready Player One“ ist spannungsarmer Science-Fiction-Zuckerguss; der Mammutfilm offenbart sich als oberflächliches Popcorn-Movie mit ohne Tiefe, der sich erschöpft in düsterem Frohsinn (oder: fröhlicher Düsternis) und totaler visueller Überreizung. Während die menschlichen (Klein-)Darsteller zu uninteressanten Stichwortgebern degradiert sind. Für eine Warnung vor der bevorstehenden ständigen Flucht in den virtuellen Schein als wahnwitzige (Über-)Lebensgrundlage, vor dem Zerfall der zivilen Gesellschaft, erzählt Steven Spielberg nur oberflächlich-verharmlosend. Stattdessen tut sich hier nur ein rasant-öder bunter Jahrmarkt auf. Als-also: digitaler Kinderkram.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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