red-sparrow.jpg

Jennifer Lawrence als russische Agentin!

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Pönis
Mäßig

Red Sparrow

Genre: Spionage-Thriller
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 143 Minutenn
FSK: k.A.
Regie: Francis Lawrence
Darsteller: Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Charlotte Rampling

Filmseite: www.fox.de/red-sparrow
Kinostart:
1. März 2018

Pönis Filmkritik anhören:

Pönis Filmkritik zu «Red Sparrow» anhören...

Zum Film:

Erst 28 Jahre alt wird Jennifer Lawrence in diesem Sommer. Mitgespielt aber hat die US-Amerikanerin bereits in so viel gerühmten und oder großen Filmwerken wie «Winter’s Bone», «Die Tribute von Panem», «Silver Linings», «American Hustle» oder «Passengers».

Jetzt schlüpft Lawrence in die Rolle einer knallharten russischen Agentin: Eigentlich hatte Dominika ihr Leben ganz auf den Tanz ausgerichtet, als Ballerina konnte ihr keiner das Wasser reichen. Ein brutaler Zwischenfall aber beendet die Karriere. Da bietet sich der jungen, noch mit ihrer Mutter zusammenlebenden Frau eine neue Chance: In einer Eliteeinrichtung soll sie zu einer tödlichen Waffe des Staates heranwachsen. (dpa)

kinostart_red_sparro_56399666.jpg
Red Sparrow (Foto: Twentieth Century Fox/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Die attraktive Dominika Egorova (JENNIFER LAWRENCE) war einst eine umjubelte Ballerina, hatte dann einen Unfall und sieht sich nun vom eigenen Staatssicherheitsonkel Ivan (MATTHIAS SCHOENAERTS) unter Existenz-Druck gesetzt: Entweder aktiv für uns, oder die bisherigen Privilegien, zum Beispiel die kostspielige medizinische Behandlung für die schwerkranke Mutter, sind futsch. Also macht Dominika, die mehrmals im Film ihren Namen ändern wird, mit. Und bekommt es, natürlich, "gegenüber" mit einem sympathischen CIA-Agenten wie Nathaniel "Nate" Nash (JOEL EDGERTON) zu tun. Der nicht nur einen eigenen, bei den Russen eingeschleusten Agenten schützen will, sondern auch die ihm inzwischen "sehr nahe" gekommene Domina, äh-pardon, Dominika. Was natürlich zu ausgiebigen Verwicklungen und auch schließlich zu ausgiebigen Folter-Exzessen an ihrem schönen Körper führt. Wie überhaupt vor allem im zweiten Teil die Brutalität genüsslich ausartet. (Details erspare ich mir - und Ihnen). Vorher aber wird erst einmal ausgiebig gesprochen, also diskutiert, werden Befehle erteilt, wird verbal herum-getänzelt (CHARLOTTE RAMPLING gibt als kalte KGB-Ausbilderin alles) und die Kleidung von sortiert bis abgestreift benutzt. Wobei die verwirrenden Personalien ein Übriges tun, die anfängliche Spannung herunter zu fahren.

Und mittendrin: die püppihafte Jennifer Lawrence als tapferer Hau-Drauf-Rot-Spatz. Mal brünett, mal blond, mit üppiger Attraktivität. Was dazu führt, dass die Kerle, einschließlich Onkel, sofort zu hirnausschaltend-geil umkippen, während sie auftragsgemäß loslegt. Mit allem, was sie hat. Bierernst. "Wonder Woman", der Hit vom Vorjahr, lebte davon, dass eine talentierte Spielleiterin (Patty Jenkins) die Hauptakteurin (Gal Gadot) faszinierend in clevere Szene und reizvolle Action-Bewegung setzte: mit Aussehen, Artistik, Charme, Humor. Erotik. Dieser Spatzen-Streifen krankt in erster Linie daran, dass ein begrenzt begabter Regisseur es vor allem darauf anlegte, das spannende Talent seiner "Rampensau" - das der "Oscar"-Preisträgerin Jennifer Lawrence ("Silver Linings") – bisweilen ordinär auszubremsen, um sie als gefühlte Statue und Marionette nett-uninteressant herum-schnuten zu lassen. Dazu kommt, dass "die Russen" einmal mehr als Hollywood-Deppen und dümmliche Entscheider vorgeführt werden wie beispielsweise Jeremy Irons, der hier nur raucht und Stuss von sich gibt.

"Red Sparrow", ein überlanger Krimi, mit freundlich-unterhaltsamer Anfangs-Verweildauer, um dann immer mehr zu albernem, langweiligem Krimi-Geschmäckle auszuarten.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

red-sparrow.jpg