traumfabrik_plakat.jpg

Komparse Emil stellt eine Filmproduktion auf die Beine, um seine große Liebe Milou wiederzusehen

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Der Film möchte hoch hinaus - bleibt aber im komödiantischen Mittelmaß stecken
2 Pönis: Mäßig

Traumfabrik

Genre: Drama/Romantik/Komödie
Produktion: Deutschland 2018
Laufzeit: 125 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Martin Schreier
Darsteller: Dennis Mojen, Emilia Schüle, Heiner Lauterbach, Ken Duken

Zur Filmseite... »
Kinostart:
4. Juli 2019

Pönis Filmkritik anhören:

Traumfabrik

Zum Film:

Sommer 1961. Emil ist Komparse im DEFA-Studio Babelsberg und verliebt sich dort Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou. Die beiden sind wie füreinander bestimmt. Doch dann werden sie durch die Grenzschließung am 13. August 1961 getrennt. Ein Wiedersehen scheint unmöglich, bis Emil einen waghalsigen Plan schmiedet … (TOBIS Film)

traumfabrik_szene.jpg
Foto: Traumfabrik (Tobis Film)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Die hiesige Filmbranche setzt in diesem Sommer auf DIESEN Film: "Traumfabrik" ist der erste Film der neu gegründeten Produktionsfirma "Traumfabrik Babelsberg" und die erste Eigenproduktion nach über 20 Jahren für das Potsdamer Studio Babelsberg.

Thema: Machen wir's in Liebe.
Sommer 1961. Der Junge heißt Emil und weiß nicht genau wie es nach abgeleistetem NVA-Dienst weitergehen soll. Landet - durch seinen Bruder - als Komparse bei der DEFA in Babelsberg. Wo er dank seiner Ungeschicklichkeit sofort "auffällt". Und eigentlich das Gelände umgehend wieder verlassen soll. Doch Emil hat sich verguckt. In Milou. Aus Paris. Sie ist als Double für eine französische Diva unterwegs. Fortan lautet sein Bestreben, diese junge Frau zu erobern.

Schnitt. Der 13. August 1961. Die beginnende Mauer-Trennung zwischen Ost und West. Auch das Paar wird getrennt. Aber Emil lässt nicht locker. Lässt sich nicht davon abhalten, Milou doch noch "zu kriegen". Ist plötzlich als Produzent, Drehbuch-Autor und Regisseur für eine internationale DEFA-Produktion im Studio-Einsatz. Was dem herrischen Generaldirektor Beck - Heiner Lauterbach - überhaupt nicht passt.

Das Wichtigste bei der Entwicklung eines Films ist: Das Casting. Die dortigen Profis müssen "funktionieren", wenn das Projekt "Neuer Film" gelingen/überzeugen soll. Hier hat das Casting leider versagt. Denn: die beiden Hauptdarsteller passen nicht. Stimmen nicht. Er heißt DENNIS MOJEN und mimt den Emil Hellwerk mehr wie einen naiven Lausbub als wie einen jungen Draufgänger. Seine "Tollkühnheit" ist plumpe Behauptung. Ein Möchtegern Trickser, dem man sein Durchsetzungsvermögen kaum einmal wirklich abnimmt. Und auch EMILIA SCHÜLE vermag als Geliebte Milou auf der großen Leinwand wenig zu überzeugen. Ausstrahlung und Charme wirken begrenzt. Ganz schlimm wirkt sie schließlich in ihren tänzerischen Darbietungen, die zwar vom Film-Personal euphorisch gefeiert werden, aber doch eine gewisse Peinlichkeitsstufe besitzen.

Und was sich Regisseur Martin Schreier mittendrin, bei plötzlichen Vopo-Prügel-Attacken auf das Liebespaar gedacht hat, ist - nach dem Motto: bitte etwas "DDR-Alltag" - nicht nachzuvollziehen.

Ambitioniert gescheitert! Der Film "Traumfabrik" möchte hoch hinaus und bleibt aber im komödiantischen Mittelmaß stecken.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

traumfabrik_plakat.jpg