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Neues von Filmgenie Steven Soderbergh

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Pönis
Richtig gut

Unsane

Genre: Thriller
Produktion: USA 2018
Laufzeit: 98 Minuten
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah

Filmseite: www.fox.de/unsane
Kinostart:
29. März 2018

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Pönis Filmkritik zu «Unsane» anhören...

Zum Film:

Was soll man machen, wenn man gegen den eigenen Willen in einer psychiatrischen Einrichtung feststeckt? Steven Soderbergh, der schon Filme gedreht hat wie «Sex, Lügen und Video», «Traffic», «Erin Brockovich» oder «Logan Lucky», entwirft in seinem aktuellen Werk ein unheimliches Szenario.

Hauptfigur Sawyer Valentini jedenfalls ist immer verzweifelter angesichts der aussichtslosen Lage, in der sie sich befindet. Nachdem ihr selbst die Polizei nicht hilft, hofft die junge Frau nun auf Hilfe durch ihre Mutter. Regisseur Soderbergh hat den Film mit dem iPhone gedreht. Premiere feierte «Unsane» diesen Februar bei der Berlinale. Es spielen unter anderem Claire Foy und Juno Temple. (dpa)

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Unsane (Foto: -/Twentieth Century Fox/dpa)

Hans-Ulrich Pönack über den Film

(...) Wie schön, "Oscar"-Preisträger STEVEN SODERBERGH ("Traffic - Macht des Kartells"/2001) kündigte zwar schon des Öfteren seinen Rückzug aus dem Film-Business an, doch dann machte der renommierte Filmemacher (einst: die 3 "Ocean's"-Movies; zuletzt: "Logan Lucky"/s. Kino-KRITIK) immer wieder weiter. "Unsane - Ausgeliefert", Uraufführung im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb, sein neuestes Produkt, wurde komplett auf einem iPhone 7 Plus gedreht.

Und erzählt eine gar sonderbare Psycho-Thriller-Geschichte. Die mit der amerikanischen Krankenversicherung zu tun hat. Wir kennen das ja, Leute gehen kaputt, weil sie nicht krankenversichert sind und demzufolge kaum oder nur unzureichend ärztlicherseits behandelt/betreut werden. Hier einmal umgekehrt: Sawyer Valentini (CLAIRE FOX) hat eine "gute" KV, und dies wird ihr zum Verhängnis. Sawyer ist eine labile junge Frau, die gerade von Boston nach Pennsylvania umgezogen ist. Der Grund: In Boston wurde sie von einem aufdringlichen Stalker namens David Strine (JOSHUA LEONARD) bedroht, der ihr schließlich gefährlich nahe kam. Neue Stadt, neuer Job als Daten-Analystin, alles könnte gut sein. Könnte. Durch die einstigen Geschehnisse, die sie natürlich nicht "einfach so" abzuschütteln vermag, seelisch gehandicapt (amtlich: "neurotische Störungen") sucht sie eine Klinik auf, um Gesprächshilfe zu suchen. Doch da sie das Wort "Suizid" während der Unterhaltung mit einer Medizinerin einmal benutzt und zudem einige Dokumente "blind" unterschreibt, wird sie gegen ihren Willen erst einmal in der Highland-Creek-Klinik festgehalten. Da sie das alles für einen "schlechten Scherz" hält, benimmt sie sich auch so, nämlich "auffällig", und verschlechtert ihre Situation komplett. Und als sie auch noch behauptet, der dortige Pfleger George Shaw sei ihr Stalker aus Boston, beginnt ein realer Alptraum für Sawyer Valentini. Denn, klar doch, niemand glaubt ihr fortan auch nur irgendwas.

Psycho- und Körper-Horror als Katz-und-Maus-B-Movie. Mit körniger Optik, konsequenter Spannung mit enormem Steigerungs-Potenzial, mit sperrigem schwarzen Humor-Charme und einer anhaltend aufregenden, atmosphärisch-einnehmenden Gebäude-Stilistik. Einschließlich eines etwas kantigen Ausstiegs. Simple 1,2 Millionen Dollar benötigte Soderbergh nur für die Realisierung seines radikalen Stoffes, der unweigerlich an DEN Klassiker der unheilvollen Psychiatrie erinnert: "Einer flog über das Kuckucksnest" von Milos Forman aus dem Jahr 1975. Und der mit einem feinen Satz - gesprochen vom Soderbergh-Kumpel und Hier-Nebendarsteller Matt Damon - voll imponiert: "Das Smartphone ist dein Feind!"

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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