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Die 4. Jussi-Adler-Olsen-Verfilmung, in der die Ermittler ein dunkles Kapitel der dänischen Geschichte entdecken

Die Bewertung von Hans-Ulrich Pönack
Ein nicht nur außerordentlich spannender, sondern auch relevanter Thriller
4 Pönis: Richtig gut

Verachtung

Genre: Thriller
Produktion: Dänemark/Deutschland 2018
Laufzeit: 119 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Christoffer Boe
Darsteller: Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Johanne Louise Schmidt

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Kinostart:
20. Juni 2019

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Verachtung

Zum Film:

In VERACHTUNG werden Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und sein Assistent Assad (Fares Fares) mit einem schaurigen Tatort konfrontiert: In einem verlassenen Apartment haben Handwerker drei mumifizierte Leichen gefunden – sie sitzen an einem gedeckten Tisch, an dem ein vierter freier Platz auf einen weiteren Gast wartet. Wer sind die Toten, und für wen ist der Platz bestimmt?

Die Spur führt Mørck und Assad zu einer Frauenklinik auf einer verlassenen Insel. Die grausamen Experimente, die hier an den Patientinnen durchgeführt wurden, sind ein dunkles Kapitel der Geschichte, das bislang als abgeschlossen galt. Doch Mørck und Assad finden Hinweise, dass die Täter von damals immer noch am Werk sind – und sie haben nicht viel Zeit, um weitere Morde und Übergriffe zu verhindern... (NFP marketing & distribution)

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Foto: Verachtung (NFP marketing & distribution)

Hans-Ulrich Pönack über den Film:

(...) Ein nicht nur außerordentlich spannender, sondern auch relevanter Thriller. Der auf grausamen historisch verbürgten Vorkommnissen basiert. Bis zum heutigen Tag haben die betroffenen Frauen keine Entschädigung vom dänischen Staat erhalten. Und der davon handelt, dass heute dort weitergemacht wird, wo einst weiße arische Machthaber mit ihrer "natürlichen Auslese" und ihren "genetischen Säuberungen" wüteten. Wo ein Rassist in Weiß, als Anführer einer neuen-alten Bewegung stolz verkündet: "Je weiter die Menschen nach Norden fortschritten, desto gnadenloser war die Selektion. Nur die Intelligentesten überlebten. Diesen gesellschaftlichen Fortschritt dürfen wir nicht gefährden, indem wir Menschen, die das nicht durch machen mussten, erlauben, sich zu vermehren!". Und so werden heutzutage muslimische junge Frauen "auserkoren". "Behandelt". Während die Arbeit der Polizisten weit über die Routine von "normaler" Polizeitätigkeit hinausgeht.

Weil sie es mit eigentlich mit hoheitsrechtlich-staatlichen, also politischen Tätigkeiten zu tun bekommen. Um dann auch noch von eigenen Befugten immer wieder "wegen ihrer Ergebnisse" gemaßregelt zu werden.

NIKOLAJ LIE KAS ist inzwischen wie geschaffen für diesen mürrischen Polizistenbruder; sein Kompagnon FARES FARES kann adäquater nicht sein. Regisseur CHRISTOFFER BOE setzt auf eine faszinierend-düstere skandinavische Thriller-Atmosphäre. Mit diesmal extremer Brisanz.

"VERACHTUNG" ist der beste der bislang vier dänisch-deutschen Adler-Olsen-Thriller. Natürlich kabbelt sich das Team Morck & Assad einmal mehr gehörig, weil Assad aussteigen und in eine andere Abteilung wechseln will. Was Morck überhaupt nicht passt, er aber nicht in der Lage ist, dies angemessen auszudrücken. Von wegen Empathie-Vorzeigen. Im Vordergrund aber steht die Bösartigkeit und die Dringlichkeit eines Falles, der diesmal ganz besonders hohe Gesellschafts-Wellen auslöst. Hoffentlich wird die erstklassige Spannungs-Reihe fortgesetzt.

Mehr Infos, Kritiken zu Kinofilmen und DVD's gibt es in Pönis Filmclub auf www.poenack.de

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