Peter Maffay: Unsere Gesellschaft braucht einen Konsens

Der Rockmusiker sieht die jüngsten rechtsradikalen Anschläge auch als Folge von Orientierungslosigkeit

«Die Gesellschaft radikalisiert sich, es gibt sehr viele Menschen, die Orientierung suchen und keine finden und dann eskaliert das in dieser Form», sagte der 70-Jährige. «Was wir an Erosion erleben in unserer Gesellschaft, ist ein Maß, das wir in dieser Form seit langem nicht mehr kennen und auch vermutlich davon ausgegangen sind, dass es sich in dieser Form nicht wiederholt.»

Doch diese «Verrohung» und «Orientierungslosigkeit» könne man abfangen. «Unsere Gesellschaft ist nicht schwach, sie muss sich nur organisieren und sie muss einen Konsens finden für essenzielle Fragen», sagte Maffay. Und zwar unabhängig davon, in welcher Partei man sei - mit Ausnahme antidemokratischer Parteien.

Maffay sprach von einer «riesenverpassten Chance, wenn wir das sich weiter entwickeln ließen. Die Chance ist ja, aus der Vergangenheit zu lernen, aus den Geschehnissen vor einigen Jahrzehnten, und diese Erinnerung wachzuhalten - darum geht es, um diese Vorkommnisse eindämmen zu können.» Dabei sieht er auch Künstler in der Verantwortung: In gewisser Weise stelle auch eine Bühne eine Verpflichtung dar. «Man kann in kleinem Maße meinungsbildend wirken», sagte Maffay. (dpa)

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