28. September 2020 – dpa

Endlagersuche: Teile Brandenburgs geeignet

Endlagersuche: Weite Teile Brandenburgs geologisch geeignet

Endlagersuche
Endlagersuche, Foto: Lucas Bäuml/dpa

Weite Teile Brandenburgs sind aus Sicht von Experten grundsätzlich geologisch für ein Atommüll-Endlager geeignet. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat am Montag in einem Zwischenbericht insgesamt 17 Teilgebiete im Land aufgelistet. Darunter sind Landkreise im Süden, Osten, Westen und Norden sowie drei kreisfreie Städte.

Dabei sind große Teile laut einer Übersichtskarte mit Tongestein aufgeführt, darunter im Westen, Nordwesten und Südosten. Unter anderem im Süden werden auch Gebiete mit Steinsalz ausgewiesen, darunter in der Niederlausitz. Gebiete mit kristallinem Wirtsgestein gibt es demnach ebenfalls im Süden an der Grenze des Landes zu Sachsen. Die Teilgebiete überlagern sich teilweise. Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin - also vor allem Granit - entstehen.

2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden. Der Bericht listet erst einmal alle Regionen in Deutschland auf, «die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen», so schreibt es das entsprechende Gesetz vor. Deswegen sind es noch ziemlich viele und teils auch recht große Gebiete. Konkreter wird es erst in den kommenden Jahren. In Deutschland wird im Jahr 2022 das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet.

Bundesgesellschaft für Endlagerung legt Zwischenbericht vor
Bundesgesellschaft für Endlagerung legt Zwischenbericht vor, Foto: Kay Nietfeld/dpa

In dem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft sind die Landkreise Dahme-Spreewald Elbe-Elster, Havelland, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und der Kreis Ostprignitz-Ruppin aufgelistet, die für eine Endlagerung hochradioaktiver Abfälle grundsätzlich geeignet sind. Auch die kreisfreien Städte Potsdam, Cottbus und Brandenburg an der Havel sind aufgeführt.

Neben Brandenburg halten die Experten auch Gebiete in anderen ostdeutschen Bundesländern für geeignet, darunter Sachsen und Sachsen-Anhalt. Auch Bayern und Baden-Württemberg und der Nordwesten Deutschlands sind aufgeführt. Insgesamt hat die Bundesgesellschaft einen Anteil von 54 Prozent als Teilgebiet ausgewiesen. In der Summe wurden 90 Gebiete mit günstigen geologischen Voraussetzungen für ein Endlager benannt. Der Salzstock Gorleben in Niedersachsen ist nicht darunter.

Die Grünen in Brandenburg fordern bei der Endlagersuche ein Verfahren, das auf wissenschaftlichen Grundlagen basiert - und nicht auf politischen. Transparenz und Bürgerbeteiligung seien bei dem Auswahlprozess ganz entscheidend, betonte die Landesvorsitzende Julia Schmidt. «Die Endlagersuche hat nur dann eine Chance auf Erfolg, wenn die Menschen von Anfang an dabei sind.»

Ähnlich äußerte sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Brandenburg, der eine ernstgemeinte Beteiligung der betroffenen Regionen forderte. «Niemand will Atommüll in seiner Region haben, diese Haltung ist vollkommen nachvollziehbar», erklärte der Vorsitzende Carsten Preuß. Die Auswahl dürfe deshalb nur nach wissenschaftlich gesicherten Kriterien erfolgen. Er kritisierte, dass in dem Bericht nicht alle Daten und Informationen freigegeben sind, und forderte dazu entsprechende gesetzliche Verordnungen.

Auch CDU-Fraktionschef Jan Redmann verlangte, bei der Auswahl des Standortes für ein Endlager den «tatsächlich sichersten Standort ohne politische Beeinflussung». Außerdem trage Brandenburg mit Braunkohle und Windkraft im Vergleich zu anderen Bundesländern bereits überproportional die Lasten der Energieversorgung, argumentierte er. Seine Forderung: Genauso geeignete Standorte in anderen Ländern sollten stärker in den Blick genommen werden. Die Freien Wähler forderten, für die Endlagerung nicht nur dicht besiedelte Regionen, sondern auch stark vom Tourismus abhängige Regionen auszulassen.

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