15. September 2020 – dpa

Länder einig bei Fan-Rückkehr

Länder einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr - Hertha wartet Beschluss-Verankerung ab

Fans im Stadion
Fans im Stadion, Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Einigung der Bundesländer auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr wird vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC noch abwartend angenommen. «Der Beschluss der Länder muss erst in der Berliner Corona-Verordnung verankert werden. Solange dieses nicht geschieht, gilt die aktuelle Verordnung, die bis zu 5000 Personen bei einer Veranstaltung vorsieht», sagte ein Hertha-Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dpa-Informationen aus Teilnehmerkreisen der Beratungen der Chefs der Staatskanzleien verständigten sich diese zuvor auf einen sechswöchigen Testbetrieb unter Corona-Bedingungen mit Zuschauern. Die Grenze liegt demnach oberhalb einer Zahl von 1000 Zuschauern bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität.

Für das Berliner Olympiastadion würde das bedeuten, dass sich rund 15 000 Personen in der knapp 75 000 Zuschauer fassenden Arena aufhalten dürften. Bis zum 25. September sollte der Beschluss in der neuen Corona-Verordnung verankert werden, dann trägt das Team von Trainer Bruno Labbadia sein erstes Heimspiel der neuen Spielzeit gegen Eintracht Frankfurt aus. Zwischen 13 000 und 14 000 Anhänger dürften dann in das Stadion, das restliche Personenkontingent wird von den Teams und deren Betreuern, den übertragenden Anstalten sowie von Ordner- und Servicekräften beansprucht.

Für Union Berlin ändert die Regelung kaum etwas. Das Stadion an der Alten Försterei fasst 22 012 Zuschauer, 20 Prozent davon ergeben 5500 Personen - also 500 mehr als bei der aktuellen Regelung zugelassen.

Länder einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr
Länder einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr, Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

Die Leitlinien für den Testbetrieb mit Fans im Profisport

Die Bundesländer haben sich auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr geeinigt. Die Chefs der Staatskanzleien verständigten sich am Dienstag auf einen sechswöchigen Probebetrieb mit Zuschauern unter Corona-Bedingungen. Grundlage dafür sind die Hygienekonzepte der Deutschen Fußball Liga und der Mitgliederverbände der Interessengemeinschaft Teamsport Deutschland sowie der zugehörigen Ligen und der zuständigen Sportfachverbände. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert die wichtigsten Leitlinien.

- Das aktuelle regionale Pandemiegeschehen (7-Tages-Inzidenz/100 000 Einwohner) wird berücksichtigt. Maßgeblich sind die Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Keine Zulassung von Zuschauern erfolgt in der Regel, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist. Stets bedarf es einer engen Abstimmung mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern.

- Die Möglichkeit zur Nachverfolgung von Infektionsketten durch die Personalisierung der Tickets ist gewährleistet, vorzugsweise über vollständig digitale Lösungen im Rahmen des Ticketings. Gästetickets werden nicht verkauft.

- Das Abstandsgebot von 1,5 Metern wird entsprechend den dafür geltenden Landesregelungen gewährleistet, insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass, ein Verbot des Ausschanks und Konsums von alkoholhaltigen Getränken sowie ein Zutrittsverbot für erkennbar alkoholisierte Personen.

- Regelungen zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während der gesamten Veranstaltungen werden in Abhängigkeit vom Veranstaltungsort vorgesehen. Für ausreichende Lüftung und/oder Luftdesinfektion bzw. -filterung in Hallen ist gesorgt.

- Die zulässige Zuschauerzahl wird für jeden Austragungsort durch die Einhaltung des Abstandsgebots entsprechend den dafür geltenden Landesregelungen und die Kapazität der örtlichen Infrastruktur bestimmt. Als zulässige Höchstkapazität während des Probebetriebs wird oberhalb einer absoluten Zahl von 1000 Zuschauern 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität empfohlen.

- Der Probebetrieb soll von den Verbänden wissenschaftlich begleitet werden. Dies kann verbandsübergreifend geschehen. Dabei soll insbesondere auf die Problematiken der Aerosole, Verkehrslenkung, Ticketing, Einlass und Verlassen des Stadions und die Unterschiede zwischen Hallen- und Freiluftsport eingegangen werden.

- Über die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb und über die Überführung in den Dauerbetrieb wird spätestens Ende Oktober 2020 entschieden.

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