10. August 2020 – dpa

Neues Schuljahr gestartet

Berlins Schulen starten in den Regelbetrieb - Senatorin verteidigt Maskenregel

Schulstart in Berlin
Schulstart in Berlin, Foto: Kay Nietfeld/dpa

Knapp fünf Monate nach der Schließung der Berliner Schulen wegen der Corona-Pandemie hat am Montag wieder der reguläre Unterricht begonnen. Rund 370 000 Schüler starteten nach den Sommerferien in das neue Schuljahr 2020/2021. Ob allerdings ein weitgehend normaler Unterricht funktioniert, bleibt abzuwarten. Über Hygienekonzepte wurde bis zuletzt gestritten.

Die Maskenpflicht gilt in den Berliner Schulen auf Fluren und in Aufenthaltsräumen, aber nicht im Unterricht, auf dem Schulhof und auch nicht bei der Hortbetreuung. Die bis zu den Ferien geltende Abstandsregel von 1,50 Meter muss nicht mehr eingehalten werden.

Weitere Maßnahmen sind in einem landesweiten Musterhygieneplan und individuellen Schulplänen verankert. Demnach sollen alle Schüler ihre Hände regelmäßig Waschen, Klassenzimmer sollen oft gelüftet werden. Feste Lerngruppen sollen dafür sorgen, dass es wenig Begegnung und Austausch zwischen den Schülern gibt.

Schulstart mit Corona
Schulstart mit Corona, Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Bildungssenatorin Sandra Scheeres verteidigte bei einem Besuch der Nürtingen-Grundschule im Stadtteil Kreuzberg den Verzicht auf eine Maskenpflicht im Unterricht. Gerade in Lernsituationen sei das schwierig, sagte die SPD-Politikerin. Das gelte vor allem für die kleineren Kinder, wenn deren Mimik nicht zu sehen sei. Klar sei aber, dass man die Infektionszahlen im Blick behalten und den Hygieneplan gegebenenfalls anpassen müsse, sagte Scheeres.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält eine Maskenpflicht in Klassenzimmern für unabdingbar, wenn der Unterricht in üblicher Weise vonstattengehen soll. «Wer vollen Unterrichtsbetrieb will, kommt an der Maskenpflicht nicht vorbei», sagte Meidinger der «Passauer Neuen Presse» (Montag). Niemand sei Fan davon, «aber das ist wohl das Opfer, das wir zumindest vorübergehend bringen müssen». Er bezeichnete es als «aberwitzig», dass in Supermärkten, Zügen, Bussen, Gaststätten und bei Veranstaltungen Masken und Abstandsregelungen vorgeschrieben seien und an Schulen auf beides verzichtet werde.

Schule in der Corona-Krise
Schule in der Corona-Krise, Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/d

Am Wochenende hatten der Landeselternausschuss und die zwölf Bezirksausschüsse gefordert, Schüler und Lehrer sollten zumindest in der ersten Schulwoche auch im Unterricht Mund-Nasen-Schutz tragen. Begründet wurde dies mit Reiserückkehrern als quasi unbekannte Größe und einer damit womöglich verbundenen höheren Infektionsgefahr. Auch die Lehrergewerkschaft GEW hält den normalen Unterricht für illusorisch und nennt die Pläne mit Blick auf Infektionsgefahren fahrlässig.

Die Polizei begann am Montag mit zweiwöchigen Schwerpunktkontrollen zur Sicherung der Schulwege. «In den nächsten Tagen werden zum Schulbeginn stadtweit verstärkt Geschwindigkeiten, #Elterntaxis, Kindersitze und weiteres kontrolliert», twitterte sie. Ein Augenmerk gelte besonders den Erstklässlern wegen ihrer Unerfahrenheit und noch eingeschränkten Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeiten, hieß es.

Insgesamt lernen gut 371 000 Schüler an den allgemeinbildenden Schulen - das sind rund 7000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Hinzu kommen rund 87 000 Berufsschüler. Für 36 800 Schulanfänger startet erst in einer Woche der «Ernst des Lebens». Das sind 3000 Kinder mehr als vor einem Jahr und so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Berlin hat 691 öffentliche sowie 343 private Schulen. Berufsschulen sind dabei eingerechnet.

Mitteilung Bildungsverwaltung zum neuen Schuljahr vom 4. August... »

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