15. Oktober 2020 – dpa

Schulen: 20 Minuten Stoßlüften

Experten empfehlen alle 20 Minuten Stoßlüften im Klassenzimmer

Stoßlüften
Stoßlüften, Foto: Christoph Schmidt/dpa

Zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen in den Schulen empfehlen Wissenschaftler nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) regelmäßiges Lüften in kurzen Abständen und sehen nur in «Einzelfällen» die Notwendigkeit für mobile Luftreinigungsgeräte. Wie die KMK am Donnerstag mitteilte, hätten mehrere Experten bei einer Anhörung am Mittwochabend zum Stoßlüften der Klassenzimmer im zeitlichen Abstand von 20 Minuten für etwa 3 bis 5 Minuten Dauer sowie zum Querlüften der Räume in den Pausen geraten. Im Klartext: Alle 20 Minuten sollen alle Fenster weit aufgemacht werden - und in den Pausen zusätzlich die Tür für Durchzug.

An der KMK-Runde nahmen den Angaben zufolge Wissenschaftler aus den Bereichen Hygiene, Virologie und Strömungsmechanik teil. Zudem waren Vertreter des Umweltbundesamtes, der Kommunen, der Bildungsgewerkschaften und des Bundeselternrats dabei.

Schule unter Coronabedingungen
Schule unter Coronabedingungen, Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig sagte: «Gerade mit Blick auf die bevorstehende kühlere Jahreszeit ist es wichtig, dass wir jetzt für alle Schulen in Deutschland zu einer Handreichung mit klaren und nachvollziehbaren Vorgaben kommen, die überall gut umsetzbar sind.» Der Direktor im Umweltbundesamt, Heinz-Jörn Moriske, sicherte nach KMK-Angaben die Erarbeitung einer solchen Handreichung für alle Schulen im Bundesgebiet zu.

Den Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Schulräumen halten die befragten Experten laut KMK grundsätzlich nicht für nötig, sofern sich dort die Fenster richtig öffnen lassen. Zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen könne aber der Einsatz solcher Geräte in Räumen, die nicht über komplett zu öffnende Fenster verfügen, «flankierend und in Einzelfällen sinnvoll sein». Wenn dann sollten nach Auffassung der Wissenschaftler aber nur «qualitätsgeprüfte Geräte, die mit Hochleistungsschwebstofffiltern ausgerüstet sind» zum Einsatz kommen. Sie müssten zudem leise arbeiten und «einen ausreichenden Volumenstrom, gemessen an der Raumgröße» garantieren.

Über das Thema Frischluft im Klassenraum wird seit kurzem verstärkt diskutiert. Vertreter aus dem Bildungswesen hatten die Frage aufgeworfen, wie das mit dem Lüften in der kalten Jahreszeit unter Corona-Bedingungen funktionieren soll. Kritisiert wurde wiederholt auch, dass sich in manchen Schulräumen die Fenster gar nicht richtig öffnen lassen.

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