21. April 2026 – dpa

«Potsdamer Platz» wieder zu sehen

Warum man dieses Meisterwerk lange nicht gesehen hat

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Gemälde "Potsdamer Platz" von Ernst Ludwig Kirchner, Neue Nationalgalerie, Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Erstmals seit drei Jahren kann man in Berlin bald wieder das expressionistische Gemälde «Potsdamer Platz» von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) sehen. Es wurde gerade in der Neuen Nationalgalerie aufgehängt und wird in einer neuen Ausstellung gezeigt, die am Freitagabend eröffnet wird. Sie heißt «Ruin und Rausch. Berlin 1910-1930».

Drei Jahre war das bekannte Bild dort nicht sehen, weil es im Museum nicht genug Platz gibt, um alle Meisterwerke der Sammlung dauerhaft auszustellen. Deswegen wird nebenan das neue Museum Berlin Modern gebaut, ein Erweiterungsbau für die Sammlung.

Momentan zeigt die Neue Nationalgalerie in ihrer Sammlungspräsentation Kunstwerke aus der Zeit nach 1945. Die neue, zusätzliche Ausstellung mit dem Kirchner-Gemälde soll nun auch wieder die Klassische Moderne in den Blick nehmen. Dies sei ein vielfach geäußerter Wunsch des Publikums, wie das Museum mitteilte.

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Gemälde "Potsdamer Platz" von Ernst Ludwig Kirchner, Neue Nationalgalerie, Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Was macht das Bild so ikonisch?

Kirchners «Potsdamer Platz» wird nun den Rest des Jahres gezeigt, bevor es im Januar 2027 vorübergehend wieder ins Depot wandert. Für die beiden Kuratorinnen Uta Caspary und Irina Hiebert Grun ist es ein «psychologisch vielschichtiges und malerisch, stilistisch herausragendes Porträt der Stadt Berlin» und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner um den Ersten Weltkrieg.

Das Gemälde gehöre zu einer weltberühmten Serie von Kirchner, den sogenannten «Berliner Straßenszenen» mit elf zentralen Ölgemälden, die in den Jahren 1913 bis 1915 nach Kirchners Umzug nach Berlin entstanden seien. Darin habe der Künstler in dem für ihn typischen eckigen, nervösen Stil seine Eindrücke von der sich rasant entwickelnden Metropole Berlin verarbeitet.

Im Zentrum der Darstellungen stünden das pulsierende Großstadtleben und elegant gekleidete Prostituierte, die als Metapher für die Hektik, Entfremdung und Sinnlichkeit der Stadt dienten. «Die Bilderserie gilt in der Kunstgeschichte als einer der wichtigsten Höhepunkte des deutschen Expressionismus.»

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