Müllflut durch Werbepost stoppen

Deutsche Umwelthilfe und Letzte Werbung starten Petition gegen unnötigen Müll in deutschen Briefkästen

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Einwurfwerbung, Foto: Oliver Berg/dpa

Pro Jahr werden mehr als 28 Milliarden gedruckte Werbeprospekte ungefragt in deutsche Briefkästen verteilt – mit verheerenden Folgen für Umwelt, Klima und Müllaufkommen. Das geht aus einer neuen Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor. Die allermeisten dieser Broschüren, die teils auch noch mit Plastik umhüllt sind, landen ungelesen im Müll. Dieser Werbeflut sagen die DUH und Sebastian Sielmann von Letzte Werbung deshalb jetzt mit einer gemeinsamen Petition den Kampf an. Sie fordern Bundesjustizministerin Christine Lambrecht auf, ein gesetzliches „Opt-in-Verfahren“ für unadressierte Werbepost einzuführen. Werbung dürfte dann nur noch in Briefkästen geworfen werden, wenn dies ausdrücklich erwünscht ist, etwa mit einem einfachen „Werbung – Ja bitte“-Schild. Rückendeckung hätte die Ministerin dafür in der Bevölkerung. Rund zwei Drittel der Menschen halten gedruckte Werbebroschüren für nicht mehr zeitgemäß, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag der DUH ergeben hat.

Dass ein solches Opt-in-System starke Effekte erzielt, zeigt etwa die niederländische Hauptstadt Amsterdam, die es schon 2018 eingeführt hat. Laut Stadtverwaltung werden dadurch pro Jahr 6.000 Tonnen Papier und zwischen 650 und 750 Fahrten der kommunalen Müllabfuhr eingespart. Wie notwendig Einsparungen in Deutschland wären, zeigen neue Berechnungen der Universität Gießen und der DUH. Für die Herstellung der 28 Milliarden Prospekte werden pro Jahr 42 Milliarden Liter Wasser verbraucht – damit könnte man annähernd alle Haushalte der Millionenstadt Köln versorgen. Hinzu kommen 4,3 Milliarden Kilowattstunden Energie, das ist mehr als alle Einwohner Kölns und Münchens zusammen an Haushaltsstrom im Jahr verbrauchen. Außerdem werden 1,1 Millionen Bäume gefällt.

Zur Petition „Stoppt ungewollte Werbepost! Schluss mit der Ressourcenverschwendung & Klimabelastung“... »

Werbung nur auf Wunsch – Initiative „Letzte Werbung“: www.letzte-werbung.de

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