01. August 2026 – dpa
Die Opfer des Terroranschlags beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin können nicht nur auf medizinische oder seelische Hilfe hoffen, sondern auch auf schnelle materielle Unterstützung. «Terroropfer haben Anspruch auf sofortige finanzielle Hilfe», sagte der Bundesopferbeauftragte Roland Weber der Deutschen Presse-Agentur.
Die sogenannten Härteleistungen werden demnach vom Bundesamt für Justiz ausgezahlt und können dort beantragt werden. Ihre Höhe richtet sich nach dem Verletzungsgrad. Verletzte Menschen erhalten laut Weber in einem abgestuften Verfahren zunächst 3.000 bis 5.000 Euro, Hinterbliebene von Todesopfern bis zu 30.000 Euro.
Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen
«Es handelt sich um eine erste Leistung zur Überbrückung bestimmter Kosten. Sie kann sehr schnell ausgezahlt werden», so Weber. Seine Geschäftsstelle biete - wenn nötig - praktische Hilfe beim Ausfüllen der nötigen Anträge an.
Den Opfern stünden mittel- und langfristig je nach individueller Situation und Bedarf weitere Leistungen aus anderen Töpfen zu. Das könnten etwa Entschädigungszahlungen, die Finanzierung von Umschulungen, Renten oder Versicherungsleistungen sein. Auch hier bietet Weber praktische Hilfe an, um solche Ansprüche geltend zu machen.
Kontakt mit den Opfern
Um den Opfern des Attentats zu helfen, hat Weber nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Zentralen Anlaufstelle für Betroffene von Terroranschlägen im Land Berlin Kontakt zu den Angehörigen der getöteten Frau und zu den Verletzten aufgenommen - soweit diese bekannt sind. Sie hätten umfassende Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bekommen, etwa über Hotlines, Angebote im Internet, Netzwerke oder Hilfseinrichtungen.
Weber nimmt aber auch eine andere Gruppe mit womöglich seelischen Wunden in den Blick. «Es gibt Augenzeugen, Menschen, die in der Nähe eines Anschlags waren, und die laufen oft weg», schilderte er. «Manchen geht es bald wieder gut, die stecken das weg und verkraften das. Andere nicht. Diese Gruppe ist am schwersten zu erreichen.»
Bundesopferbeauftragter Roland Weber, Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Nach dem Angriff auf CSD in Berlin: In der Nähe des Tatorts stehen Menschen zur Notfallseelsorge bereit. , Foto: Markus Lenhardt/dpa