03. September 2026 – 105'5 Spreeradio

Film- & Serientipps

Das gewisse Etwas

Wohlfühlkino mit besonderer Botschaft

DasGewisseEtwas.jpg

Wie gelingt es einer Komödie, Vorurteile abzubauen und das Leben jenseits von Klischees zu zeigen? «Das gewisse Etwas» setzt auf Herz und Humor - und das mit prominenter Besetzung.

DasGewisseEtwas.jpg
03.09.2026
Das gewisse Etwas
Wohlfühlkino mit besonderer Botschaft... Sehenswert? Kritik jetzt anhören!
Reinhören

Genre: Drama/Komödie
Produktion: Deutschland 2026
Laufzeit: 105 Minuten
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Regie: Marc Rothemund
Darsteller: Max von der Groeben, Mala Emde, Florian Lukas

Premiere des Films _Das gewisse Etwas_.jpg
Premiere des Films "Das gewisse Etwas" , Foto: Sven Hoppe/dpa

Zum Film: «Das gewisse Etwas» könnte der Wohlfühlfilm für den Herbst werden. Zwei Juwelendiebe schmuggeln sich auf der Flucht vor der Polizei in eine Reisegruppe junger Menschen mit Behinderungen und landen bei einer Ferienfreizeit in den bayerischen Alpen. Es ist die Neuauflage der französischen Komödie «Was ist schon normal?», die in Frankreich 2024 binnen vier Monaten mehr als zehn Millionen Menschen ins Kino lockte. Hat die deutsche Fassung auch wirklich «das gewisse Etwas»?

Vom Ensemble her auf jeden Fall. Die Komödie ist prominent besetzt mit Mala Emde («Sommer auf Asphalt»), Jasmin Schwiers («Das Kanu des Manitu») und Lorenzo Germeno («TKKG») als das Betreuungsteam der Reisegruppe. Max von der Groeben («Chantal im Märchenland») und Florian Lukas («Rosenthal») sind die Juwelendiebe. Die Mitglieder der Reisegruppe spielen unter anderem Frangiskos Kakoulakis («Was ist schon normal?»), Antonia Riet («Weil wir Champions sind») und Natalie Kim Lehmann («Bettys Diagnose»).

Beste Laune im Kino

Die von Marc Rothemund inszenierte Komödie versprüht gute Laune und ist rasant erzählt. Karlo (Lukas) hat mit seinem Sohn Alex (von der Groeben) soeben einen Juwelierladen überfallen. Als sie vor der Polizei fliehen, passieren sie auch eine Jugendgruppe vor einem Reisebus. Die Betreuerin Polly (Emde) hält Alex für den noch fehlenden Otto und Vater und Sohn erkennen: Das ist ihre Chance, schnell wegzukommen. Sie klären die Verwechslung nicht auf, steigen in den Bus und kurz darauf geht es auch schon los.

Kinostart - «Das gewisse Etwas».jpg
Florian Lukas (l) als Karlo und Max von der Groeben als Alex in einer Szene aus dem Film «Das gewisse Etwas» , Foto: ---/Constantin Film/dpa

«Bisschen cooler, bisschen Halligalli»

Es wird eine Reise ins Abenteuer für Karlo und Alex. Denn ihre Mitreisenden lassen sich nichts vormachen und sind feine Beobachter, so etwa Charlie, wie sein Darsteller Frangiskos Kakoulakis mit Downsyndrom.

«Du bist nicht behindert», entlarvt er den falschen Otto eines Abends. Doch weil er Alex nett findet, will er ihm helfen und gibt ihm eine Lehrstunde. «Du spielst nicht gut den Behinderten. Zu viele Muskeln, zu viel verkrampft, bisschen cooler, bisschen Halligalli, bisschen Bewegung», rät er seinem neuen Freund.

«Das gewisse Etwas» wartet mit vergnüglichen Dialogen und Wortwitz auf, aber auch tieferen, teilweise philosophischen Einblicken und Gefühlen. Die Komödie zeigt eine Welt, die viele nicht kennen - weil behinderte Menschen oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Große Gefühle und Humor

Nun kommen sie auf die große Leinwand - nicht mit Beeinträchtigungen, von denen sonst gerne die Rede ist und die ja schon im Wort «behindert» stecken. Doch von irgendwas groß behindern lässt sich hier niemand. Stattdessen packen alle ihr Leben an, mit all den Freuden, Ängsten, Sorgen, Vorlieben, Abneigungen und Gefühlen.

Der Film lässt immer wieder das Herz aufgehen. Unvoreingenommen nehmen die Jugendlichen Alex und Karlo in ihren Kreis auf und scheuen sich nicht, ihre Zuneigung sichtbar zu machen, mit spontanen Umarmungen und anderen Freundschaftsbeweisen. Für Vater und Sohn fast etwas überfordernd, sind sie es doch eigentlich nicht gewohnt, so viele Emotionen zu zeigen. Doch Vertrauen und Freundschaft zählen hier eben mehr als alle Schätze der Welt.

Kinostart - _Das gewisse Etwas_.jpg
Frangiskos Kakoulakis (l) als Charlie und Max von der Groeben als Alex in einer Szene aus dem Film «Das gewisse Etwas», Foto: ---/Constantin Film/dpa

«So viel Liebe»

«Alle waren sehr offen, spielten mit offenen Karten und weit geöffneten Herzen und trugen so mit allem, was sie geben konnten, zur Entstehung dieses außergewöhnlichen Kinofilmes bei», sagt Regisseur Marc Rothemund über die 35 Drehtage in Oberammergau, München und Umgebung. Und das Ensemble mischte mit: «Der inklusive Cast hatte im Vorfeld die Möglichkeit, den Figuren jeweils eigene Vorlieben, Charakterzüge, Angewohnheiten und Emotionen zu verleihen und sich ihre Rollennamen auszudenken», so der Regisseur.

Schon Wochen vor Drehbeginn trafen sich einige der Schauspielerinnen und Schauspieler in der Nähe des Filmsets in Oberammergau, so auch Mala Emde. «Es war am wichtigsten, die Reisetruppe und ihre besonderen Bedürfnisse kennenzulernen und viel Zeit miteinander zu verbringen, damit man uns glaubt, dass wir eine Art Familie sind», beschrieb sie. Auch «Fack ju Göhte»-Star Max von der Groeben erinnert sich gerne an den Dreh. «So viel Liebe, Tränen, Umarmungen, Verzweiflung, Lachen und Leidenschaft wie selten», schreibt er auf Instagram, mit Herz-Emoji.

Ähnlich war in dieser Hinsicht die Komödie «Die Goldfische» von 2019. Hier ist es ein querschnittsgelähmter Banker, der mit einer Gruppe von Menschen mit Behinderung Schwarzgeld aus der Schweiz schmuggeln will. Der Film übt auch Kritik an der Gesellschaft und am Sozialstaat und zeigt, welche Hindernisse diese Menschen im Alltag oft überwinden müssen.

Weg mit Vorurteilen

«Das gewisse Etwas» funktioniert vor allem auf der emotionalen Ebene. Die Menschen, um deren Schicksale es hier geht, teilen Spaß und Leid, sie haben tiefe Freundschaften und wissen, was sie wollen, zumindest meistens. Vieles regeln sie auf ihre ganz eigene Art. Aber das ist auch gut so, wie der Film eindrücklich beweist. So bleibt nur noch eines zu sagen: Weg mit Vorurteilen - lieber mitten rein ins Leben.. (dpa)

Mehr Infos: constantin.film/kino/das-gewisse-etwas-at
Kinostart: 03.09.2026

Film_Serien_Tipps_1200x600.jpg

Gemeinsam mit dem STERN-Magazin präsentieren wir Ihnen «Die 105'5 Spreeradio Film- & Serientipps». Egal ob cooler Film im Free-TV oder Serien-Geheimtipps bei Netflix oder Amazon-Prime... Unsere Empfehlungen hören Sie jeden Donnerstag um 7.40 Uhr bei Jochen Trus am Morgen.

Film- und Serientipps

undefined
105'5 Spreeradio Live
Audiothek