25. Juni 2026 – 105'5 Spreeradio
Film- & Serientipps
Supergirl
Selbstfindung im All: «Supergirl» ist erfrischend anders
Ein Roadtrip durchs Weltall, ein vergifteter Superhund und eine Rachemission: «Supergirl» zeigt, wie Kara Zor-El ohne ihren Cousin Superman ihren eigenen Weg sucht und findet.
// Die Filmkritik gibt's in Kürze hier zum Nachhören! //
Genre: Science Fiction/Action
Produktion: USA 2026
Laufzeit: 108 Minuten
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Regie: Craig Gillespie
Darsteller: Milly Alcock, Matthias Schoenaerts, Eve Ridley, David Krumholtz u.v.m.
Milly Alcock als Supergirl in einer Szene des Films "Supergirl", Foto: -/Warner Bros. Pictures/dpa
Infos: Im vergangenen Jahr erlebte das DC Universe mit «Superman» seinen Kino-Reboot. Regie führte James Gunn, der als Co-Chef von DC Studios zusammen mit Peter Safran den neuen Kurs des Franchise bestimmt. Nun kommt der zweite Film in die Kinos. In «Supergirl» spielt die Australierin Milly Alcock («House of the Dragon») die Hauptrolle. Ihre Figur, die schon in «Superman» einen Kurzauftritt hatte, hebt sich von früheren Versionen ab.
Supergirl ist «ein ziemliches Wrack»
«Ja, sie ist ein ziemliches Wrack! Und auf eine gewisse Weise macht das sogar Spaß», sagte Alcock dem US-Magazin «Variety». Kara Zor-El - so ihr Geburtsname - hat zunächst wenig mit der Heldin gemein, die man als Cousine von Superman kennt - auch nicht das Kostüm. Sie reist als Nomadin ziellos in ihrem Weltraum-Camper durchs All, hat außer ihrem Superhund Krypto keine Freunde und trinkt zu viel Alkohol.
Kara ist traumatisiert. Denn anders als ihr Cousin Kal-El alias Superman war sie lange genug auf Krypton, um die Zerstörung ihrer geliebten Welt hautnah mitzuerleben, bevor sie schließlich alles zurücklassen musste und zur Erde geschickt wurde. Das Erlebte hat bei ihr ein Trauma hinterlassen, das sie gleichgültig macht.
«Kara ist jemand, der sich in seiner eigenen Haut unwohl fühlt», wird Alcock im Begleitmaterial zum Film zitiert. «Ich glaube, sie fühlt sich unwohl mit dem Leben, das ihr gegeben wurde, und mit der Verantwortung, die ihr auferlegt wurde. Ich denke, sie trägt eine große Schuld der Überlebenden in sich und verarbeitet das, indem sie sich selbst zerstört und jedes echte Verantwortungsgefühl von sich weist, weil das einfacher ist.»
Abenteuerliche Jagd durchs Weltall
Ihren 21. Geburtstag feiert Kara in einer schäbigen Bar auf einem fremden Planeten unter einer roten Sonne, wo ihre Superkräfte kaum wirken. In der Kneipe taucht die junge Ruthye (Eve Ridley) auf. Ihre Familie wurde von dem brutalen Gangster Krem (Matthias Schoenaerts) ermordet. Nun will das junge Mädchen um jeden Preis Rache nehmen. Widerwillig erklärt sich Kara bereit ihr zu helfen. Mit dem Ergebnis, dass Krypto von Krem vergiftet wird.
Nur Krem selbst hat das Gegengift. Also begeben sich Kara und Ruthye auf einen abenteuerlichen Trip durch die Galaxie, um Krem und seine grausame Gang zu finden und ihren geliebten Hund zu retten. Dabei treffen sie auf allerlei kuriose Gestalten, darunter den vulgären intergalaktischen Söldner Lobo (Jason Momoa), der mit Krem auch noch eine Rechnung offen hat. Auf ihrer Reise findet Kara einen neuen Sinn ihres Daseins.
«Ich glaube, eine Geschichte über zwei Frauen, die sich nicht um Männer dreht oder um deren Anerkennung, sondern vielmehr um das Innere – darum, die eigenen Kämpfe zu überwinden –, war etwas, das mich wirklich berührt hat und das ich als etwas ganz Besonderes empfand», so Alcock.
Milly Alcock als Supergirl in einer Szene des Films "Supergirl", Foto: -/Warner Bros. Pictures/dpa
Coming-of-Age-Geschichte im Fantasy-Universum
Der Film ist eine Adaption der Comicbuch-Reihe «Supergirl: Woman of Tomorrow» (2021-22). Regie führte Craig Gillespie («I, Tonya», «Cruella») nach einem Drehbuch von Ana Nogueira, die zuvor als Schauspielerin («The Vampire Diaries») tätig war. Nogueria soll Berichten zufolge auch am Skript für einen neuen «Wonder Woman»-Film arbeiten.
Gillespie sagte in Interviews, DC-Chef Gunn habe ihm bei «Supergirl» freie Hand gelassen. Das merkt man dem rasanten Film an. Auch wenn nicht zu übersehen ist, dass sie in Gunns Universum spielt, funktioniert die bunte Coming-of-Age-Geschichte - eine Art Mischung aus «True Grit», «Mad Max» mit Spuren von Gunns «Guardians of the Galaxy»-Trilogie - eigenständig. Die kurzen Gastauftritte von David Corenswet als Superman hätte es nicht mal gebraucht.
Wer «Superman» zu überdreht und chaotisch fand, wird erfreut feststellen, dass «Supergirl» stimmiger und runder erzählt ist. Längen hat das kurzweilige Fantasy-Abenteuer mit einer Laufzeit von rund 100 Minuten nicht - dafür unterhaltsame, originelle Actionszenen, gute Musik und viel Humor. Äußerst amüsant ist Karas Erklärungsversuch, warum ihr Cousin als Superman und nicht Superboy bekannt ist, sie aber Supergirl statt Superwoman genannt wird.
Hervorragendes Casting
Als Aquaman war Jason Momoa einer der Helden früherer DC-Filme. Aber Antiheld Lobo war laut Momoa schon immer seine Traumrolle. Der charismatische Schauspieler mit dem markanten Look empfahl sich also selbst bei Safran und Gunn für die Rolle. Vorsprechen musste er nicht mehr. Der vulgäre, trinkende, Zigarre rauchende, Heavy Metal hörende Motorrad-Rocker, der nicht sterben kann, ist Momoa wie auf den Leib geschneidert.
Dabei macht ihm Matthias Schoenaerts als Krem Konkurrenz. Der belgische Charakterdarsteller ist in seinem Kostüm, das einige Fans verärgerte, weil es - anders als Lobo - nicht dem Comic-Look entspricht, kaum wiederzuerkennen. Schoenaerts spielt den brutalen Schurken mit genüsslicher Gemeinheit.
Nicht zuletzt ist es natürlich Milly Alcock, die diese Neuerfindung von «Supergirl» mit ihrer quirligen, coolen und gleichzeitig verletzlichen Darstellung von Kara so erfrischend und unterhaltsam macht. Supergirl tritt mit diesem Film aus dem Schatten ihres berühmten Cousins heraus. Die Figur wirkt moderner, widersprüchlicher und interessanter als je zuvor und weckt Lust auf weitere Abenteuer mit ihr. (dpa)
Mehr Infos: www.warnerbros.co.uk/movies/supergirl
Kinostart: 25.06.2026
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